Wurde das mögliche Ausscheiden der griechischen Mannschaften aus den europäischen Turnieren (der so genannte „Fußball-Grexit“) bislang eher als gegen Griechenland gerichtete Drohung wahrgenommen, so drehte die griechische Regierung jetzt den Spieß um: Nach einem Treffen am Amtssitz von Ministerpräsident Tsipras am Donnerstag drohte der neue Sportsstaatssekretär Jorgos Vassiliadis unverhohlen damit. „Wir wollen deutlich machen, dass die griechische Regierung den Willen und die Möglichkeit hat, das Ausscheiden der griechischen Mannschaften aus den europäischen Meisterschaften durchzusetzen, bis wir es schaffen … zur Normalität zurückzukehren“, sagte Vassiliadis.
Anlass für die Krisensitzung am Donnerstag war der Brandanschlag auf eine Ferienwohnung des Vorsitzenden des Schiedsrichterkomitees Jorgos Bikas in Nordgriechenland am Mittwoch. Der griechische Fußballverband EPO hatte daraufhin die nationalen Fußballmeisterschaften abgebrochen.

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Am Donnerstag haben sich die Parlamentspräsidenten nach mehreren kräftezehrenden Marathonsitzungen endlich auf das Führungsgremium des neuen griechischen Rundfunkrates (ESR) geeinigt.
Nötig war laut Verfassung eine Vier-Fünftel-Mehrheit. Mit „Ja“ gestimmt haben die Mitglieder aus den Reihen der Regierungspartei SYRIZA, der konservativen Nea Dimokratia (ND), der Demokratischen Allianz, des kleineren Regierungspartners ANEL und der liberalen To Potami. Der Stimme enthalten haben sich die kommunistische KKE, die faschistische Chryssi Avgi und die Zentrumsunion.

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Alle Spiele zur nationalen Fußballmeisterschaft in Griechenland wurden bis auf weiteres abgesagt. Das hat der nationale Fußballbund EPO bekannt gegeben. Hintergrund ist ein Anschlag auf die Ferienwohnung des Vorsitzenden des Schiedsrichter-Komitees Jorgos Bikas in Ierissos auf der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki. Die Feuerwehr ermittelt über die Brandursache. Dass das Feuer eventuell durch einen Kurzschluss entstanden sein könnte, schließen Experten bereits aus.

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In den frühen Morgenstunden des Donnerstags haben zwei vermummte Personen von einem Motorrad aus eine Handgranate auf den Eingang der französischen Botschaft in Athen geworfen. Ein Wächter der Botschaft wurde durch die Explosion leicht am Bein verletzt. Die Botschaft befindet sich in der Vassilisis-Sofias Straße direkt gegenüber dem griechischen Parlament. Die zentrale Verkehrsader wurde daraufhin von der Polizei abgesperrt.

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Große Teile Griechenland wurden am Mittwoch von Unwettern heimgesucht. Darunter die Ionischen Inseln, der Epirus, West- und Zentralmittelgriechenland, der Westen der Peloponnes, Thessalien, Makedonien, Thrakien und auch Attika. Im Zentrum der griechischen Hauptstadt Athen hat es kurzzeitig gehagelt. In einigen Vororten musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume und abgerissene Äste von Straßen und Plätzen räumen. In der nordgriechischen Region Konitsa ist eine Brücke eingestürzt. Sie hatte das Dorf Lagada mit der angrenzenden Landstraße verbunden. Es wurde niemand verletzt. Aufgrund der starken Regenfälle in der Region ist es in den vergangenen zwei Tagen auch zu Überschwemmungen von landwirtschaftlichen Nutzflächen gekommen. Wegen Erdrutschen sind Straßenabschnitte in Nord- sowie in Westgriechenland gesperrt. Der Verkehr wird umgeleitet.

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