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„Als die Flammen über den Berg kamen, wurde mir mulmig“

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Foto (© Alexander Kivrakidis) Foto (© Alexander Kivrakidis)

Seit Tagen wüten Waldbrände in vielen Regionen Griechenlands. Auch auf der Peloponnes entflammten Feuer, so etwa am Montag (2.8.) in der Nähe des Dorfes Vasilitsi, das bei Koroni liegt. GZ-Leser Alexander Kivrakidis fotografierte die Waldbrände und berichtet exklusiv für uns.

Herr Kivrakidis, wie haben Sie die Waldbrände erlebt?

Am Anfang hatten wir nichts mitbekommen. Es war nachmittags, so zwischen 15 und 16 Uhr. Ich war mit meinen Kindern alleine zuhause, meine Frau war unterwegs. Plötzlich haben wir eine Feuerwehrsirene gehört. Ich bin dann in die Dorfmitte gelaufen, von da aus hat man hat eine freie Sicht auf den Berg. Es stiegen viele Rauchwolken hinauf – das war so weit noch „in Ordnung“. Kurze Zeit später entflammte sich das Feuer auf dem Berg und näherte sich in unsere Richtung. Das war schon gruselig. Der Wind hat sich immer wieder gedreht und driftete letztlich in eine andere Richtung ab. Ich bin nach dem Brand am Dorf vorbeigefahren. Die ganzen Berge neben der Straße waren schwarz, verbrannt. Um eine Kirche war alles drum herum verkohlt. Die Kirche blieb zum Glück erhalten.

Hatten Sie Angst gehabt?

Als die Flammen über den Berg kamen, wurde mir mulmig … vor allem mit den kleinen Kindern zuhause. Aus Deutschland ist man ja nicht gewohnt, dass der halbe Berg brennt. Das ist ein komisches Gefühl.

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Waren Sie zum ersten Mal Zeuge eines Waldbrandes?

Wir haben hier auf der Peloponnes ein kleines Häuschen, wir kommen jedes Jahr im Sommer her. Letztes Jahr hatte es hier auch gebrannt. Das Feuer war jedoch etwas weiter weg, kleiner und konnte schneller gelöscht werden.


Wie hat die Feuerwehr agiert?

Es waren sehr schnell mehrere Hubschrauber und Löschfahrzeuge vor Ort. Die Feuerwehr hat sehr gut reagiert. Es war ziemlich viel los, doch es wirkte so, als hätten sie alles unter Kontrolle. Sie waren alle entspannt, falls man das so sagen darf. (lacht)
Bis zum Einbruch der Dunkelheit war alles gelöscht, Gott sei Dank. Danach hatte es nur noch ein wenig gequalmt.


Hatten Sie Atembeschwerden? Wie kommen sie mit der derzeitigen Hitzewelle klar?

Vom Qualm haben wir nichts abbekommen. Heute Morgen war es bereits sehr heiß. Gestern Nachmittag fiel auch der Strom für ein paar Stunden aus. Ansonsten kommen wir hier gut zurecht. Es könnte aber gerne wieder etwas abkühlen, denn die Temperaturen sind nicht gerade angenehm. (lacht)

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Das Interview führte Melis Ntente.

(Fotos: © Alexander Kivrakidis)

 

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