Nichtstun will gelernt sein. Vor allem in den südlichen Ländern bzw. im rient ist diese Kunst verbreitet. Den Nordländern gilt Herumsitzen als verdächtig. Doch "Muße ist eine innerer Haltung. Sie meint freie Zeit ohne äußeren Zweck".
Heute will ich nichts tun. Gar nichts. Ich will alles sein lassen. Ich will es so machen, wie man es in Griechenland oft sieht: Menschen sitzen auf dem Balkon, vor dem Kaffeehaus, auf dem Dorfplatz und tun – nichts. Das erste Mal habe ich es in Athen gesehen, in Istanbul, Kairo. Jahre später in Tanger, Nouakchott, Isfahan. Ich traute meinen Augen nicht. Da saßen sie auf weißen Plastikstühlen an abgenutzten Tischen, die Kaffeetrinker, Raucher, Alten, saßen einfach nur da und schauten auf die Straße.
Barba Nikos sitzt vormittags am liebsten vor dem Kaffeehaus, direkt an der Straße. Barba Nikos redet nicht, raucht nicht, liest nicht, starrt nicht aufs Handy, schaut einfach auf die Straße. Er sitzt da und macht nichts. Keine Unruhe ergreift ihn. Er wirkt zufrieden. Schön, einfach nur dazusitzen. Man wird ganz gelassen und stellt fest: Die Welt dreht sich weiter, auch ohne unser Zutun. (Griechenland Zeitung)
Einen ausführlichen Beitrag zum Thema Nichtstun von Richard Fraunberger lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Griechenland Zeitung (GZ 1034), die am 26. August erschien. Informationen und Bestellungen hier.