Schwere Unwetter haben heute (1.10.) die Insel Kreta heimgesucht. Schon im Vorfeld hatte man für das gesamte Eiland die höchste Alarmstufe („Red Code“) ausgerufen, die regional sogar bis Sonntag (4.10.) gelten soll. Der Griechische Wetterdienst EMY hat vor Starkregen, insbesondere in den Regionen von Rethymno und Chania gewarnt.
In der Ägäis wehen stürmische Nordwinde bis zur Stärke 9, d. h. mit Geschwindigkeiten an die 90 km/h. „Tragisch“ ist die Situation im Ort Mylopotamos (Rethymno), schreibt die lokale Nachrichteseite Cretalive News. Dort wurden eine Brücke sowie Pkw von den Wassermassen weggespült. Bürgermeister Jorgos Klados fügte hinzu: „Glücklicherweise sind keine Opfer zu beklagen.“ Ein Mann wurde indessen in der Gemeinde Agios Vassilios (Rethymno) Donnerstagmittag tot aufgefunden. Der Viehzüchter galt seit Mittwochabend, als die Unwetter auf Kreta einsetzten, als vermisst..
Mit ähnlichen Problemen sind viele andere Orte konfrontiert, u. a. Zoniana oder auch Livadia. In Zoniana stürzten Schutt und Steine zu Tal und Autos wurden mitgerissen. In Gouves wiederum, einige Kilometer östlich von Iraklio, beförderten die Wassermassen einige Fahrzeuge bis ins Meer. In anderen Regionen Kretas hat man ebenfalls mit überschwemmten Straßen, Erdrutschen usw. zu kämpfen. In mehreren Orten blieben die Schulen geschlossen; die SOS-Nummer 112 warnte zahlreiche Bewohner der Insel, und sie wurden dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben.
Wegen der schweren Unwetter befindet sich die lokale Feuerwehr in Alarmbereitschaft. Spezialeinheiten mit dem entsprechenden Gerät stehen auf Kreta standby. Augenzeugen berichten gegenüber kretischen Medien, dass sie derartige Unwetterphänomene zuletzt Anfang der 1980er Jahre miterlebt hätten. (Griechenland Zeitung / Robert Stadler)