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Griechenland trauert um den verstorbenen Sänger Jorgos Mazonakis

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Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den Sarg von Mazonakis. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den Sarg von Mazonakis.

In der vorigen Woche verstarb der beliebte griechische Sänger Mazonakis in einer privaten Klinik bzw. Arztpraxis. In der griechischen Öffentlichkeit wird nun darüber nachgedacht, wie man den Betrieb solcher Unternehmen sicherer gestalten könnte.

Am Montag (14.9.) fand die Beerdigung des beliebten griechischen Laiko-Sängers Jorgos Mazonakis statt. Im Stadtteil Nikäa von Piräus, woher der Künstler stammte, hatten sich tausende Fans und Prominente versammelt, um sich von ihm zu verabschieden. Viele der Trauernden waren sogar aus entfernten Landesteilen angereist.
Verstorben war Mazonakis am Mittwoch voriger Woche (9.9.) im Alter von 54 Jahren während einer Plasmapherese bzw. Plasmaustauschtherapie in einer privaten Arztpraxis im Athener Nobelstadtteil Kolonaki. Dabei wird das Blut über ein spezielles Gerät geleitet, wobei Blutplasma von den festen Blutzellen getrennt und entfernt wird.
Die beiden Ärzte müssen sich nun wegen Verdacht auf Totschlag mit bedingtem Vorsatz verantworten; sie wurden in Untersuchungshaft genommen. In Frage gestellt wird dabei vor allem der Tatvorgang in der Arztpraxis. Dem vorliegenden Beweismaterial zufolge habe man um 14.37 Uhr mit der Plasmapherese begonnen. Um 15.22 Uhr habe das Gerät ein erstes Alarmsignal gesendet, bis 14.45 Uhr folgten drei weitere solcher Warnsignale. Kurze Zeit später erlitt der Musiker einen Herzstillstand. Erst mit einer Verzögerung von etwa einer Stunde soll um 16.11 Uhr der medizinische Notdienst gerufen worden sein. Nach Ansicht von Experten hätte der Sänger durchaus gerettet werden können, da sich große Athener Krankenhäuser in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes befinden.
In einer ersten Aussage hatten die Ärzte erklärt, dass sie noch gar nicht mit der Plasmapherese begonnen hätten, als der Sänger einen Zusammenbruch erlitt.
Gesundheitsminister Adonis Georgiadis erklärte in den Medien, dass die betreffende private Arztpraxis keine entsprechende Genehmigung von der Athener Ärztekammer habe. Künftig werde man die Kontrollen bei derartigen Unternehmen bzw. privaten Kliniken verschärfen. In den Medien wurde berichtet, dass die konkrete Praxis als Klinik für Superreiche und Stars fungierte. Auch der amtierende Migrationsminister und ehemalige Gesundheitsminister Thanos Plevris meldete sich zu Wort. Er erklärte, den behandelnden Arzt persönlich als Hämatopathologen gekannt und ihn während eines gesundheitlichen Problems konsultiert zu haben. Der habe ihm damals aber lediglich eine andere Diät vorgeschlagen.
Experten erklärten in den griechischen Medien, dass eine Plasmapherese in einer Krankenhausumgebung durchgeführt werden müsse, an der Ärzte mit mehreren Facharztkompetenzen anwesend sein müssten.
Der Erzbischof von Athen und ganz Griechenland Hieronymos beschrieb Mazonakis unterdessen als einen empfindsamen Menschen, der immer anonym Menschen in Not geholfen habe. Das bestätigten auch zahlreiche einfache Bürger.
Am Sonntag, dem 20. September, hätte Mazonakis im Athener Technopolis ein großes Konzert geben sollen. Anlass dafür war seine 33-jährige Bühnenkarriere. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)

 

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