Lawrow in Athen: Syrien, Zypern und Energiefragen dominieren Gespräche Tagesthema

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Lawrow in Athen: Syrien, Zypern und Energiefragen dominieren Gespräche

Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat am Dienstag und Mittwoch dieser Woche, im Rahmen des 4. Sozialen Griechisch-Russischen Forums, Athen einen offiziellen Besuch abgestattet. In der griechischen Hauptstadt hat er sich u. a. mit Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos und mit Ministerpräsident Alexis Tsipras getroffen. Erörtert wurde u. a. der Krieg in Syrien. Die politische Führung Griechenlands hat sich für eine sofortige Beendung der Gewalt in diesem Land eingesetzt.

Botschaft des Friedens
Staatspräsident Pavlopoulos erklärte etwa gegenüber seinem Gesprächspartner aus Moskau, dass eine Kooperation zwischen Russland, den USA und der EU auch für die Beendigung des Krieges eine Botschaft vermitteln werde, da „diese drei Kräfte in den wichtigen Fragen eine Garantie für die Festigung des Friedens sind“. Mit dem Beginn des Friedens werde auch die Flüchtlingsfrage ein Ende finden, erläuterte Pavlopoulos weiter. In Griechenland halten sich derzeit mehr als 61.000 Flüchtlinge auf.

Boykott der Zypernfrage
Ein weiteres wichtiges Gesprächsthema ist die Zypernfrage gewesen. Der Nordteil des Landes ist seit 1974 von türkischen Truppen besetzt. In diesem Rahmen schätzte Lawrow ein, dass „einige eine Lösung boykottieren“ und dass „einige keine Lösung der Zypernfrage haben wollen“. Der Kreml werde sich dafür einsetzen, dass die Bemühungen der Vereinten Nationen auf Zypern „im Rahmen der Entscheidungen des Sicherheitsrates der UNO“ erfolgen müssen. Eine „tragfähige Lösung“ sei so lange nicht zu finden, „solange sich türkische Besatzungstruppen auf der Insel aufhalten“.
Erörtert wurden nicht zuletzt auch Energiefragen, wie etwa der Bau der Pipeline „Turkish Stream“. Außerdem standen auch bilaterale Wirtschaftsthemen zur Debatte.

„Grenzen des Herzens“
Nicht zuletzt hat sich Lawrow auch mit seinem griechischen Amtskollegen Nikos Kotzias getroffen. Letzterer sandte im Rahmen der Pressekonferenz eine Botschaft an die Türkei. Mitte Oktober hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan von „Grenzen des Herzens“ der Türkei gesprochen. Damit bezog sich dieser auf die einstigen Gebiete des Osmanischen Reiches, darunter auch auf das griechische Westthrakien. Als Antwort darauf sagte Kotzias am Mittwoch: „Die Geschichte des griechischen Herzens reicht bis nach Indien. Aber die Grenzen unseres Herzens sind nicht diejenigen des internationalen Rechtes. Der Respekt der Grenzen ist obligatorisch.“

Elisa Hübel

Unser Foto zeigt den griechischen Außenminister Kotzias (m.) gemeinsam mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow.

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