Deutschlands Außenminister Maas begrüßt in Athen „historische Vereinbarung“ mit Skopje Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den griechischen Außenminister Nikos Kotzias (r.) und seinen deutschen Amtskollegen Heiko Maas während einer Pressekonferenz am Donnerstag in Athen. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den griechischen Außenminister Nikos Kotzias (r.) und seinen deutschen Amtskollegen Heiko Maas während einer Pressekonferenz am Donnerstag in Athen.

Deutschland unterstützt die Lösung der Namensfrage der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien (UNO-Kurzbezeichnung: FYROM). Deutlich geworden ist dies spätestens am Donnerstag während eines offiziellen Besuchs des deutschen Außenministers Heiko Maas in Athen. In der griechischen Hauptstadt hat er sich u. a. mit seinem griechischen Amtskollegen Nikos Kotzias getroffen.


Dominiert hat die Unterredungen das Thema der FYROM. Kotzias zeigte sich sicher, dass die Bewohner des nördlichen Nachbarlandes in einem Referendum zu dieser Frage Ende September mit „Ja“ stimmen bzw. dass sie den Namen „Republik Nord-Mazedonien“ für ihre Heimat akzeptieren würden. Die Sprache, die sie dort sprechen, heißt dann „mazedonisch“, gleiches gilt für die Staatsbürgerschaft. Im Gegenzug wird sichergestellt, dass es keinerlei historische Verwandtschaft mit dem Mazedonien aus der Zeit Alexander des Großen gibt. Dieses Erbe beansprucht Griechenland für sich.
Anschließend müssen in Skopje entsprechende Verfassungsänderungen durchgeführt werden und das dortige Parlament muss darüber abstimmen. Kotzias brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass dieses Verfahren bis zum kommenden Januar beendet sein werde. Anschließen muss die Vereinbarung auch das griechische Parlament passieren. Dafür stimmen wollen bis Dato die Regierungspartei SYRIZA, die liberale „To Potami“ sowie unabhängige Parlamentarier. Der kleinere Regierungspartner von SYRIZA, die rechtspopulistische ANEL, will gegen die Lösung der Namensfrage im Parlament votieren. Parteichef Panos Kammenos hat bereits öfters klargestellt, dass die Regierung zu Fall komme, falls die Namensfrage zur Abstimmung ins Parlament gelangen sollte.
Maas maß der Vereinbarung zwischen beiden Staaten „historische Bedeutung“ bei. Sie werde zur Sicherheit in der Region und in Europa beitragen, stellte der Gast aus Berlin fest. Er führt seit Montag offizielle Besuche in Ländern Südosteuropas durch: Bisher ist er außer in Athen und Skopje u. a. auch in Albanien und Rumänien gewesen. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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