Ankara provoziert weiter: abermals Krisenstimmung in der Ägäis Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) entstand während eines Treffens zwischen dem griechischen Außenminister Nikos Dendias (l.) und seinem Amtskollegen aus Ankara Mevlüt Cavusoglou. Unser Foto (© Eurokinissi) entstand während eines Treffens zwischen dem griechischen Außenminister Nikos Dendias (l.) und seinem Amtskollegen aus Ankara Mevlüt Cavusoglou.

„Die Türkei erhofft sich nicht wirklich einen Dialog mit Griechenland.“ Diese Einschätzung traf am Montag (12.10.) das griechische Außenministerium. Zuvor hatte Ankara eine sogenannte „Navtex“ veröffentlicht, die Sicherheitsinformationen für die Seefahrt beinhaltet.

Damit gab die türkische Seite bekannt, ab Montag und bis zum 22. Oktober Forschungen in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Griechenlands durchzuführen. Konkret geschehen soll das in einer Entfernung von 6,5 Kilometern südlich der griechischen Insel Kastellorizo. Das Außenministerium in Athen kommentierte, dass dies eine „direkte Bedrohung des Friedens und der Sicherheit in der Region“ sei.
In dem Statement wird darauf hingewiesen, dass Ankara in der vorigen Woche nach einem Treffen zwischen den beiden Außenministern Nikos Dendias und Mevlüt Cavusoglu von türkischer Seite der Wunsch vorgetragen worden sei, einen Termin vorzuschlagen, um bilaterale Gespräche zu beginnen, die die gemeinsame Seegrenze in der Ägäis betreffen.
Unterdessen reist Dendias am Montag nach Luxemburg, um sich hier mit seinen Amtskollegen aus der EU zu beraten. Gemeinsam mit Nikosia will Athen in diesem Rahmen auch jüngst durchgeführte illegale Aktivitäten der Türkei auf Zypern zur Sprache bringen.
Was das Forschungsschiff Oruc Reis betrifft, so war dieses bereits bis Mitte September in der Region unterwegs, wurde dann aber an die türkische Küste zurückbeordert. Dies wurde von internationalen Beobachtern als ein Akt der Deeskalation in der Region gewertet. Daraufhin hatte die EU keine Sanktionen gegen die Türkei beschlossen, aber solche für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht gestellt, falls Ankara erneut in der Ägäis gegen internationales Recht verstoßen sollte.
Im Bemühen, eine diplomatische Lösung zu finden, wird in dieser Woche der deutsche Außenminister Heiko Maas im Länderdreieck Griechenland, Zypern, Türkei erwartet, um Gespräche in den jeweiligen Ländern zur Entspannung der Situation in der Ägäis zu führen. In Athen wird er bereits am Dienstag und Mittwoch (13./14.10.) erwartet. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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