Am Donnerstag (27.8.) übergab Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis in Thessaloniki die Verlängerung der U-Bahn (Metro) in Richtung Kalamararia bis nach Mikra. Diese erweiterte Linie, die auch als Linie 2 bezeichnet wird, beinhaltet fünf neue Stationen.
Mit den bisherigen 11 Stationen zusammen beträgt die Stecke nun knapp 15 Kilometer. Damit werde die Lebensqualität der Menschen in der nordgriechischen Metropole deutlich verbessert, so der Premier.
Er stellte in seiner Eröffnungsansprache außerdem fest, dass dies der Beweis dafür sei, dass Griechenland große und feste Schritte nach vorn tun könne. Makedonien und Thessaloniki würden „Geschwindigkeit aufnehmen“. Dort befände man sich heute an der vordersten Linie, was große Infrastrukturprojekte betreffe.
Nun werde man zügig die Planung des weiteren Ausbaus der Metro in nordwestlichen Gebieten von Thessaloniki vorangetrieben. Sowohl der U-Bahn-Ausbau, aber auch viele neue Elektrobusse würden den Nahverkehr in dieser Stadt anders gestalten als das bisher der Fall war.
Der langjährige Bauzeit der Metro von Thessaloniki sei für viele Menschen zu einer Art Synonym für „Desinteresse der Regierung“ geworden. Dies gehöre der Vergangenheit an. Die Stadt könne sich eines U-Bahn-Systems rühmen, „das zu den modernsten und schönsten Europas zählt“.
Die Kosten für den Streckenausbau bis zur Station Mikra liegen offiziellen Angaben zufolge bei rund 570 Millionen Euro. Die ersten Stationen dieser U-Bahn waren bereits am 30. November 2024 eröffnet worden. Die Züge verkehren fahrerlos bzw. vollautomatisch. Verzögert wurden die langjährigen Bauarbeiten u. a. durch immer neue archäologische Funde. Ausgestellt werden zahlreiche dieser Exponate in mehreren der Metro-Stationen. Besonders sehenswert ist die Station „Bahnhof Venizelou“.
Für die Regierung der Nea Dimokratia (ND), die seit 2019 die Geschicke des Landes leitet, ist diese U-Bahn zweifellos ein Prestigeobjekt. Dass die Eröffnung gerade jetzt stattfand – in der kommenden Woche wird Premierminister Mitsotakis zwei große Auftritte im Rahmen der Internationale Messe Thessaloniki haben –, kommt nicht von ungefähr. Spätestens in der ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres finden Parlamentswahlen statt und die konservative ND möchte bis dahin noch möglichst viele Wähler entsprechend motivieren, vor allem auch in Nordgriechenland.
(Griechenland Zeitung / Jan Hübel)