Griechisch-türkische Beziehungen vor neuer Belastungsprobe Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) stammt aus dem Jahre 2023. Es zeigt Verteidigungsminister Nikos Dendias während eines offiziellen Besuchs in der Türkei (damals fungierte er noch als Außenminister). Unser Archivfoto (© Eurokinissi) stammt aus dem Jahre 2023. Es zeigt Verteidigungsminister Nikos Dendias während eines offiziellen Besuchs in der Türkei (damals fungierte er noch als Außenminister).

Im Bereich der griechisch-türkischen Beziehungen ist die Phase der Entspannung vorbei. Das erklärte am Mittwoch (2.9.) Regierungssprecher Pavlos Marinakis im Rahmen eines Interviews mit dem Fernsehsender SKAI. Griechenland werde jedoch weiterhin den Dialog zum Nachbarland suchen.

Die Türkei hat „NAVigational TEXt Messages“ veröffentlicht, sogenannte NAVTEX. Enthalten sind darin üblicherweise Sicherheitsinformationen für die Seefahrt. Demnach wird das türkische Forschungsschiff „Tübitak Marmara“ bis zum 15. September in der Meeresregion südlich von Kastellorizo unterwegs sein. Ankara hatte kürzlich angekündigt in der Region einen Natur- bzw. Meerespark zu gründen.
Beobachter weisen vor allem daraufhin, dass Griechenland in dieser Woche mit Israel ein Abkommen unterzeichnet hat, das den mehrschichtigen Luft- und Raketenabwehrsystem „Achilles-Schild“ betrifft: Das Budget für dieses Verteidigungssystem beträgt mehr als drei Milliarden Euro.

Mehr dazu lesen Sie hier: Schutzschild des Achilles: Griechenland und Israel schließen Abkommen zur Luftverteidigung

Für Verstimmungen in der Türkei sorgen auch Zukunftspläne Griechenlands und Zyperns, sich mit dem Ziel der Energieversorgung durch ein Unterwasserkabel zu verbinden. Das Projekt firmiert unter dem Namen „Great Sea Interconnector“. In einer zweiten Ausbauphase soll diese Elektroverbindung bis nach Israel verlegt werden.
Die griechische Seite verweist wiederum darauf, dass das Eindringen türkischer Kampfjets in den griechischen Luftraum seit etwa einem Monat wieder zugenommen habe.
Verteidigungsminister Nikos Dendias nahm am Dienstag (1.9.) an einer informellen Tagung mit seinen Amtskollegen aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Irland teil. Bei seiner Ankunft zur informellen Tagung der EU-Verteidigungsminister erklärte Dendias: „Im Rahmen des informellen Rates der Europäischen Union werden wird neben dem Nahen Osten und der Ukraine auch über die Herausforderungen sprechen, die die neue Dimension des Weltraums, der Cyberraum, ballistische Raketen und Drohnen für die europäische Verteidigung und Sicherheit darstellen.“ Griechenland könne etwa über dem Achilles-Schild in dieser Diskussion einen wichtigen Beitrag leisten, so Dendias. Dies sei „der erste umfassende europäische Ansatz zur Bewältigung all dieser Bedrohungen“, fügte er hinzu. Zudem wies er darauf hin, dass Griechenland nach der Unterzeichnung des Vertrags mit Israel „über den Flugabwehr-, Anti-Drohnen- und Raketenabwehrschirm eine Produktionsbasis und entsprechende Kapazitäten auf europäischem Boden schafft“.
Auch Außenminister Jorgos Gerapetritis nimmt am Mittwoch an einem informellen Treffen mit seinen Amtskollegen der EU in Irland teil. Dabei will er die Situation in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer zur Sprache bringen. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)


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