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Wachstum für Europa: Pierrakakis zum ersten Mal in Berlin als Euro-Gruppen-Chef

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt Griechenlands Minister für nationale Wirtschaft und Finanzen und Euro-Gruppen-Chef Kyriakos Pierrakakis. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt Griechenlands Minister für nationale Wirtschaft und Finanzen und Euro-Gruppen-Chef Kyriakos Pierrakakis.

Der griechische Wirtschafts- und Finanzminister Kyriakos Pierrakakis, der gleichzeitig auch Euro-Gruppen-Chef ist, stattete am Dienstag (15.9.) Deutschland einen offiziellen Besuch ab. Im Mittelpunkt der Gespräche standen u. a. die Wettbewerbsfähigkeit, das Wachstum und die Stärkung der Wirtschaftskraft Europas.

„Nur durch eine bessere Koordination können Europa wieder auf einen Wachstumskurs bringen.“ Das erklärte Griechenlands Minister für nationale Wirtschaft und Finanzen, Kyriakos Pierrakakis, der gleichzeitig auch Vorsitzender der Euro-Gruppe ist, im Auftakt seines ersten offiziellen Besuches in Deutschland. Während seines Berlin-Besuchs traf er sich u. a. mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz und dem Stellvertreten des Bundeskanzlers und Bundesminister der Finanzen Lars Klingbeil.

Wettbewerbsfähigkeit Europas
Mit Merz besprach Pierrakakis u. a. die Aussichten für die europäische Wirtschaft sowie die Prioritäten der Eurogruppe. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die Wettbewerbsfähigkeit, das Wachstum und die Stärkung der Wirtschaftskraft Europas. Während des Gesprächs fasste der Gast aus Athen zusammen: „Europa hat seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt. Unsere Aufgabe besteht nun darin, diese Widerstandsfähigkeit in stärkeres Wachstum umzuwandeln – indem wir mehr investieren, die Fragmentierung verringern und unsere Zusammenarbeit vertiefen.“
Mit seinem Amtskollegen Klingbeil erörterte Pierrakakis, dass „Europa die strukturellen Herausforderungen, die uns zurückhalten“ angehen müsse. Auf dem Gesprächstisch lagen außerdem die Wettbewerbsfähigkeit Europas, der Krieg in der Ukraine, die Instabilität im Nahen Osten, die hohen Energiekosten und die Inflation. Besprochen wurden zudem die Verteidigungsausgaben, die alternde Bevölkerung und der Klimawandel. Pierrakakis konstatierte: „Ich komme aus einem Land, das innerhalb eines äußerst kurzen und konzentrierten Zeitraums sehr schmerzhafte und schwierige Reformen umsetzen musste – von der Reform des Rentensystems bis hin zur digitalen Transformation. Doch diese Reformen haben sich ausgezahlt.“

Enge Zusammenarbeit
Während seines Berlin-Aufenthalts nahm Pierrakakis auch an einer Veranstaltung des Jacques Delors Centre Kompetenzzentrums und Think Tank für Europapolitik an der Hertie School teil. Dabei fasste er zusammen: „Wir brauchen größere Banken in Europa, bessere Dienstleistungen und mehr Finanzierung.“ Weiterhin vertrat er die Ansicht, dass „Deutschland die industrielle Lokomotive Europas ist“. Seiner Ansicht nach brauche „Europa Deutschland und Deutschland Europa“. Der Minister sprach sich für größere Banken in Europa aus, die bessere Dienstleistungen anbieten und europäische Unternehmen stärker finanzieren könnten. Zudem setzte er sich für mehr Investitionen in der grünen Technologie ein. Europa müsse ehrgeiziger werden, so Pierrakakis. Was die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland angeht, so „stehen sich die beiden Länder sehr nahe, und auch die beiden Regierungen arbeiten eng zusammen“. Man könne jedoch „mehr tun, wir können mehr Investitionen schaffen“. Man müsse aber damit beginnen, „in vielen Bereichen stärker europäisch zu denken“. In diesem Sinne beschrieb Pierrakakis „die grenzüberschreitende Integration“.

Inspiration für Deutschland
In einem Interview gegenüber dem deutschen Handelsblatt hatte er festgestellt, dass die griechische Erfahrung auch Deutschland inspirieren könne. Weiterhin stellte er fest, dass die fiskalische Stabilität auch eine Frage von existenzieller Bedeutung sei. Mit seinem Kollegen Lars Klingbeil arbeite er eng zusammen. Griechenland beschrieb er als eine Quelle der Inspiration, weil das Land ein Jahrzehnt von Entbehrungen überstanden habe und jetzt eine sehr niedrige Arbeitslosigkeit und ein schnelles Wachstumstempo aufweise. Deutschland beschrieb er als einen Anker der Stabilität in der Währungsunion und als eine Industriedampfmaschine Europas. Was die Verteidigungsfragen angeht, so erklärte er, dass dieser vor allem nach dem russischen Angriff auf die Ukraine von höchster Priorität sei. Investitionen in den Bereichen Energie, Energiespeicherung und Energieverbindungen würden die Liefersicherheit stärken und die Kosten langfristig reduzieren, erklärte der Minister gegenüber Handelsblatt. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)


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