Politik Tagesthema

Verkaufsstellen in der Nähe griechischer Sehenswürdigkeiten: Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs

  • geschrieben von 
Beispielfoto (© Eurokinissi) Beispielfoto (© Eurokinissi)

Eine PASOK-Parlamentarierin brachte das Thema der Verpachtung von Verkaufsstellen an 27 griechischen Sehenswürdigkeiten auf die Tagesordnung. Sie sprach von einer extrem niedrigen Pacht und keinen ausreichenden Wettbewerb. Sie fragte sich auch, warum sich keine lokalen Unternehmen daran beteiligt haben.

In der griechischen Politik kommt derzeit die Frage auf, ob bei einer gebündelten Vermietung von 27 Verkaufsstellen an bedeutenden archäologischen Stätten, Denkmälern und Museen des Landes ein unlauterer Wettbewerb stattgefunden haben könnte. Mit einer entsprechenden Frage wandte sich die Parlamentarierin der größten Oppositionspartei PASOK Nagia Grigorakou an Kulturministerin Lina Mendoni.

Besorgniserregende Frage
Dem Vorwurf zufolge habe ein einziges Unternehmen den Betrieb von 27 solcher Verkaufsstellen für einen Preis von insgesamt 50.600 Euro erhalten; laut Vereinbarung müssten zudem lediglich zwei Prozent der Gewinne vor Steuern an den griechischen Staat abgegeben werden. Dazu zählen etwa die Verkaufsstellen an der Athener Akropolis, bei Knossos auf Kreta, im Antiken Olympia, Mykene, Epidaurus, Sounion, Akrotiri auf Santorini und Mystras.
Besorgniserregend fand Grigorakou vor allem, dass sich nur ein Unternehmen an der Ausschreibung beteiligt habe. Die Voraussetzungen für eine Beteiligung seien zwar sehr streng, würden jedoch dieses eine Unternehmen deutlich bevorzugen. Auch sei die Ausschreibung ausgerechnet am 14. August, also inmitten der Sommerferien, durchgeführt worden.
Konkret erklärte die sozialistische Politikerin aus Lakonien (Peloponnes), dass der Verkaufsstand in der archäologischen Stätte von Mystras bei Sparta monatlich für 400 Euro verpachtet worden sei. Dabei handelt es sich um ein UNESCO-Weltkulturerbe und eine der beliebtesten Destinationen auf der Peloponnes. Grigorakou gab auch zu bedenken, dass ein großer Teil dieser Verkaufsstellen mit EU-Geldern aufwendig saniert worden sei. Allein derjenige auf der Athener Akropolis habe etwa 600.000 Euro gekostet.

Verfahren ohne Konkurrenz
Die Sozialistin fragte auch, warum alle Verkaufsstellen in einem einzigen Wettbewerb verpachtet wurden und nicht einzeln. Auch wurde befragt, warum nicht kleinere lokale Unternehmen in Betracht gezogen wurden. Der Pachtvertrag läuft für sechs Jahre mit der Option einer Erweiterung auf weitere sechs Jahre. Zusätzlich kritisierte sie, dass das besagte Unternehmen noch an weiteren ähnlichen staatlichen Ausschreibungen teilgenommen habe – stets ohne Konkurrenten. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)

 

Nach oben