Eine Delegation des EU-Parlaments reist in dieser Woche nach Athen und Larissa, um die Maßnahmen zu überprüfen, die nach dem tödlichen Tempi-Zugunglück ergriffen wurden, das sich Ende Februar 2023 ereignete. Es forderte 57 Todesopfer und war das schwerste Eisenbahnunglück in der Geschichte Griechenlands.
Eine Delegation des Europäischen Parlaments reist in dieser Woche zu einem dreitägigen Informationsbesuch nach Griechenland, um die nach dem Zugunglück von Tempi im Jahr 2023 ergriffenen Maßnahmen zu prüfen. Die Delegation wird sich zwischen dem 21. und dem 23. September in Athen und in der mittelgriechischen Stadt Larissa aufhalten. Im Fokus stehen dabei die Sicherheit und die Infrastruktur bei der griechischen Bahn. Geprüft werden sollen die ergriffenen Maßnahmen in folgenden Bereichen: Sicherheitsmaßnahmen, die Anwendung des EU-Rechts, die Umsetzung von EU-finanzierten Eisenbahninfrastrukturprojekten sowie die geäußerten Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit der bestehenden Mechanismen zur Rechenschaftspflicht.
Schwerstes Zugunglück Griechenlands
Es stehen u. a. Treffen mit Mitgliedern des Vereins der vom Zugunglück von Tempi Betroffenen, mit dem Gouverneur Thessaliens Dimitrios Kouretas, Vertretern des Unternehmens Hellenic Train, dem Minister für Infrastruktur und Transport Christos Dimas und Gewerkschaftern auf dem Programm. Geleitet wird die Delegation von der spanischen Europaparlamentarierin Dolors Montserrat.
Am 28. Februar 2023 war der Passagierzug IC-62, der von Athen nach Thessaloniki unterwegs war, frontal mit dem Güterzug 63503 nahe der Ortschaft Evangelismos im Tempi-Tal bei Larissa kollidiert. Mit dem Passagierzug waren zum Zeitpunkt des Unfalls 352 Personen unterwegs, bei den Passagieren handelte es sich überwiegend um Studenten. 57 Menschen verloren durch die Kollision ihr Leben: 46 Passagiere und elf Eisenbahner. 81 Personen wurden durch den Unfall zum Teil schwer verletzt. Ein junger Mann befindet sich noch immer im Koma; es handelt sich um den einzigen Überlebenden aus dem ersten Waggon. 99 Personen wurden leicht verletzt. Das Zugunglück von Tempi gilt als das tödlichste in der Geschichte Griechenlands.
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In Larissa findet seit dem Frühjahr ein Prozess zur Aufklärung und Verantwortungszuweisung dieses Bahnunglücks statt. Insgesamt müssen sich 36 Verdächtige vor Gericht verantworten, darunter der Stationsvorsteher, der in der verhängnisvollen Nacht des 28. Februar 2023 Dienst im Bahnhof von Larissa hatte. Ebenfalls verantworten müssen sich die beiden Stationsvorsteher der Nachmittagsschicht. In diesem Verfahren werden keine Politiker zu Rechenschaft gezogen.
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(Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)