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Plattform MedWatch: Klarheit über dubiose private Kliniken und Arztpraxen in Griechenland

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Unser Foto (© Eurokinissi) entstand während der Pressekonferenz im Gesundheitsministerium. Unser Foto (© Eurokinissi) entstand während der Pressekonferenz im Gesundheitsministerium.

Das Gesundheitsministerium hat eine elektronische Plattform ins Leben gerufen, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz den Betrieb fragwürdiger privater Kliniken und Arztpraxen ausweisen soll. Ausschlaggebend war der Tod des Sängers Jorgos Mazonakis während einer Plasmapherese in einer privaten Arztpraxis, die keine entsprechende Expertise hatte.

Hunderte private Kliniken und Arztpraxen sollen demnächst stärker unter die Lupe der Behörden in Griechenland genommen werden. Grundlage dafür ist eine elektronische Plattform unter dem Namen „MedWatch“. Diese soll mit Hilfe Künstlicher Intelligenz Irregularitäten beim Betrieb derartiger Praxen ausfindig machen. Abgeglichen werden sollen vor diesem Hintergrund mögliche Werbungsschaltungen sowie Posts in den sozialen Medien und im Internet. Die jeweiligen Ergebnisse sollen anschließend von Experten überprüft bzw. begutachtet werden. Zeitgleich sollen Patienten in die Lage versetzt werden, die berufliche Qualifikation ihrer Ärzte und die Betriebserlaubnis der jeweiligen Privatpraxis überprüfen zu können. Das kündigte am Montag (21.9.) Staatsminister Akis Skertsos in den sozialen Medien an.

Mehr Kontrollen
Ausschlaggebend für diese Maßnahme ist der Tod des populären Laiko-Sängers Jorgos Mazonakis am 9. September in einer privaten Praxis im Zentrum Athens. Die behandelnde Ärztin hatte offenbar ein Medizinstudium, jedoch keine Facharztausbildung abgeschlossen. Auch hatte diese Praxis bisherigen Erkenntnissen zufolge keine Erlaubnis für den Betrieb eines Gerätes, das für Plasmapherese eingesetzt worden war. Während der Therapie war der Musiker an einem Herzstillstand verstorben. Ein solches Verfahren hätte Experten zufolge eigentlich in einem Krankenhaus durchgeführt werden müssen. In den Vordergrund rückt dabei die Frage, ob staatliche Kontrollen in der betreffenden Arztpraxis im Athener Nobelstadtteil Kolonaki durchgeführt wurden und wenn ja, wie dabei das teure Gerät für Plasmapherese übersehen werden konnte.

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Unterstützendes Instrument
Die Plattform MedWatch wurde bereits am vorigen Freitag im Gesundheitsministerium vorgestellt. Anwesend waren außer Gesundheitsminister Adonis Georgiadis auch hochrangige Vertreter des Panhellenischen Ärzteverbandes sowie des Athener Ärzteverbandes. Ziel sei es, „mögliche Verstöße frühzeitig zu erkennen und belastbare Hinweise zu generieren, die anschließend von Menschen überprüft werden“, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Das System treffe dabei weder automatisch Entscheidungen noch ersetze es Kontrollen vor Ort. Vielmehr diene es als unterstützendes Instrument und lenke die zuständigen Kontrollbehörden gezielt auf Fälle, bei denen entsprechende Auffälligkeiten festgestellt wurden. Im Rahmen der Pilotanwendung in Attika wurden 8.563 Einrichtungen erfasst und 9.838 digitale Inhalte analysiert, darunter 8.055 bezahlte Anzeigen. Dabei wurden 5.069 mögliche Auffälligkeiten bei 655 Einrichtungen festgestellt. 231 Einrichtungen wurden mit dem Warnhinweis „rot“ und 424 mit „gelb“ eingestuft.
Die Ergebnisse seien jedoch zunächst lediglich als Hinweise zu verstehen und nicht bestätigt. Eine abschließende Bewertung erfolge erst nach der erforderlichen Prüfung durch einen ausgebildeten Experten.

Medizinischer Tourismus
Gesundheitsminister Georgiadis stellte fest, dass es das Ziel von MedWatch sei „Lücken und Schwachstellen zu identifizieren, die dieser tragische Fall offengelegt hat“. Ferner wolle man „Möglichkeiten zum Schutz unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger weiter verbessern, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen“. Die Kontrollen werden auch auf sogenannte Schönheitszentren ausgeweitet.
Der Vertreter der Athener Ärztekammer Jorgos Patoulis brachte eine weitere Perspektive ins Gespräch: den medizinischen Tourismus sowie den Gesundheits- und Wellnesssektor, „die für unser Land eine wichtige Entwicklungsperspektive darstellen könnten“.

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Ziel sei es auch, Anreize zu schaffen, „damit unsere im Ausland tätigen Ärztinnen und Ärzte nach Griechenland zurückkehren“. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)




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