Der griechische Tourismus im Aufwärtstrend Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) entstand am 20. Mai 2018 bei einem Event in Nafplio (Peloponnes). Foto Nummer zwei entstand ebenfalls in Nafplion, allerdings schon Anfang April. Unser Foto (© Eurokinissi) entstand am 20. Mai 2018 bei einem Event in Nafplio (Peloponnes). Foto Nummer zwei entstand ebenfalls in Nafplion, allerdings schon Anfang April.

Am Donnerstag hat in Athen die 26. Generalversammlung des Verbandes der griechischen Tourismusunternehmen (SETE) stattgefunden. Zu Wort gemeldet haben sich u. a. der Ministerpräsident Tsipras, Oppositionschef Mitsotakis sowie der Präsident des SETE Retsos.


In einer Rede vor den Mitgliedern des Verbandes der griechischen Tourismusunternehmen (SETE) setzte sich Ministerpräsident Alexis Tsipras am Donnerstag dafür ein, dass die Steuern schrittweise gesenkt werden. Das Regierungsoberhaupt erklärte, dass es Ziel seines Kabinetts sei, u. a. die staatlichen Infrastrukturen, die für den Tourismus von Bedeutung sind, zu modernisieren. Dazu zählen etwa Flughäfen, Häfen, Yachthäfen und touristische Unterkünfte.

„Den Zusammensturz gestoppt“
Was die seit nunmehr acht Jahren anhaltende Finanz- und Wirtschaftskrise angeht, so stellte Tsipras fest, dass das Land „eine Lichtung“ erreicht habe. Sein Kabinett habe „den Zusammensturz gestoppt“.
Seit seiner Regierungsübernahme im Januar 2015 würden die Ankünfte der Touristen jährlich neue Rekordzahlen verzeichnen. Dieses Jahr würden um die 32 Millionen Reisende aus dem Ausland erwartet, die ihren Urlaub in Griechenland verbringen wollen, so Tsipras. Wenn sich dies bewahrheite, wäre dies „das beste Jahr in der Geschichte des griechischen Tourismus“. Laut der bereits veröffentlichten vorläufigen statistischen Zahlen seien in diesem Jahr bereits 12,8 % mehr Touristen als letztes Jahr nach Griechenland gekommen, so der Ministerpräsident.
Durch die steigende Anzahl der Touristen würde auch die Nachfrage nach lokalen griechischen Produkten zunehmen. Davon würden auch andere Zweige der griechischen Wirtschaft profitieren, sagte Tsipras.  
An die Mitglieder des SETE gerichtet betonte er, dass die Tourismusbranche „womöglich die einzige Zunft ist, die der fegenden Welle der tiefen Rezession, die uns getroffen hat, wiederstanden hat und es gleichzeitig geschafft hat, ein Wachstum zu erzielen.“

Kritik der Opposition: „fehlender Plan“
Bereits vor Tsipras hatte auch der Vorsitzende der Nea Dimokratia (ND), Kyriakos Mitsotakis, eine Ansprache vor den SETE-Mitgliedern gehalten. Er führte aus, dass er im Falle eines Wahlsieges bzw. nach der Regierungsübernahme die derzeit erhobene Übernachtungssteuer „neu prüfen“ werde. Ziel sei eine Abschaffung und Senkung der Steuern für Übernachtungen und Wohnen. Er stellte fest, dass der „Tourismus ein Opfer der Überbesteuerung“ sei. Geschuldet sei dies der „langjährigem Absenz eines Wachstumsplanes“. Der Konservative kritisierte generell das aktuelle Steuersystem. Dadurch werde „das produktive Griechenland überbesteuert“. Zudem würden „die konsequenten Steuerzahler bestraft“. Im Falle einer Regierungsübernahme werde er die Unternehmenssteuer um 20 % und die Immobiliensteuer (ENFIA) um 30 % senken.
Was den Tourismus angeht, so schlug der Konservative vor, dass das Klischee: „Sonne und Meer“ zwar bestehen bleiben müsse. Verbunden werden müsse der Tourismus jedoch auch mit der Kultur des Landes. Dadurch würden noch mehr Urlauber etwa aus China und Japan nach Hellas kommen. Ziel sei es, dass Griechenland „zwölf Monate im Jahr“ ein Urlaubsziel wird. Griechenland müsse weltweit „die Nummer Eins der touristischen Ziele“ werden.

„Dampfmaschine für den Aufwärtstrend“
Der Präsident des SETE Jannis Retsos wiederholte, dass der Tourismus „die Dampfmaschine für den Aufwärtstrend der griechischen Wirtschaft“ sei. Er erinnerte daran, dass die Branche zu 10,3 % zum griechischen Bruttoinlandprodukt (BIP) beiträgt. Indirekt würde der Tourismus sogar zwischen 22,6 % und 27,3 % des BIP erwirtschaften. Außerdem stellte er fest, dass im Jahr 2017 7,4 % mehr Touristen als im Vorjahr in Griechenland eingetroffen sind: Die Urlauberzahl aus dem Ausland lag im Vorjahr bei 30,1 Millionen. Die erwirtschafteten Einnahmen würden mit einem Plus von 11,4 % bzw. 1,45 Milliarden Euro einhergehen. Eines seiner größten Probleme seien jedoch die sehr hohen Steuern, rügte der Präsident des SETE.  

Elisa Hübel


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