Titel
Die Mäntel nach dem Wind gehangen Für Griechenlands Sozialisten wird es eng. Seit die beiden neuen Parteien des Profipolitikers Alexis Tsipras (Griechische Linke Allianz: ELAS) und der Aktivistin Maria Karystianou (Hoffnung für die Demokratie: ED) ins Leben gerufen wurden, rutscht die Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK) weiter nach hinten ab.
Politik
Trubel auf der politischen Bühne Alexis Tsipras wagt mit seiner Partei ELAS einen politischen Neuanfang. In Athen präsentierte er Programm und Gründungsdeklaration. Die Bewegung setzt auf soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Reformen und eine Neuordnung der politischen Landschaft Griechenlands.
Wirtschaft
Weltwährungsfonds lobt Griechenlands Steuerreformen Noch vor zehn Jahren galt Griechenland in Europa als abschreckendes Beispiel: Das Land war vom Kapitalmarkt ausgeschlossen, auf internationale Finanzhilfen angewiesen und erzielte zu geringe Steuereinnahmen, um öffentliche Dienstleistungen zu finanzieren und das Wirtschaftswachstum zu stützen. Heute zählt Griechenland zu nur fünf EU-Staaten mit einem Haushaltsüberschuss.
Panorama
Massentourismus: „Athen ist kein Riesenhotel“ Athenes Bürgermeister Charis Doukas hat dem englischen Guardian gegenüber erklärt, dass der zunehmende Tourismus von jährlich acht Millionen Besuchern zu steigenden Mieten, einer zunehmenden Verdrängung von Einwohnern aus zentralen Vierteln sowie zu einer starken Belastung der Infrastruktur führe. Die Stadt prüfe daher Maßnahmen, um touristische Angebote in hoch frequentierten Bereichen einzuschränken. Tourismusministerin Olga Kefalogianni kritisierte diese Aussagen, da sie kein negatives Bild Athens im Ausland zu vermitteln möchte.
|
Kultur
Instruktives Informationsmaterial – kostenlos und umfangreich Eine deutlich erweiterte Fassung des Projekts „Hellenic Heritage“ (www.hh.gr, „Griechisches Kulturerbe“) ist nun allgemein verfügbar. Sie wurde mit neuen Apps angereichert und bietet Zugriff auf zahlreiche Informationen zu ausgewählten Museen und historischen Plätzen des Landes. Dabei sind Audioguides ebenso abrufbar wie virtuelle Rundgänge und im Einzelfall die Präsentation des ursprünglichen Zustands der jeweiligen Denkmäler im Rahmen von „Erweiterter Realität“ (Augmented Reality) oder „Virtueller Realität“ (Virtual Reality).
Reportage
Der Supermarkt im Taschenformat In jeder Stadt, in nahezu jedem Dorf gibt es ihn – den periptero, den Kiosk. Dieses zwei Quadratmeter große „Häuschen“ ist der Supermarkt auf dem Gehsteig. Er ist Debattierklub, Auskunftsbüro, der Knotenpunkt einer jeden Nachbarschaft. Doch immer mehr Kioske verschwinden. Mehr als 5.000 davon sind in Griechenland in den vergangenen 16 Jahren geschlossen worden (siehe GZ 1022). Einblicke in eine hundertjährige Tradition, die vor dem Untergang steht.
Sprachrohr
Lesen, Schreiben und Hören: Wer’s kann Der Begriff „Analphabet“ ist eine um 1800 geschaffene humanistische Kunstschöpfung, die sich fälschlicherweise auf das griechische Alpha-Beta statt auf das lateinische ABC bezieht und im Altgriechischen eigentlich als agrámmatos (ungebildet) bezeichnet wurde. Diese Wortschöpfung verdeutlicht, dass der Mangel an Lese- und Schreibkompetenz vor allem ein existentielles Bewertungskriterium der spezifisch westeuropäischen Schriftkultur ist.
Hintergrund
Ein Jahr Geduld für ein Projekt mit Herz In Thessaloniki hat die dortige Evangelische Kirche Deutscher Sprache seit einigen Monaten einen Besuchsdienst eingerichtet. Einfach war es nicht, sagt Pfarrerin Sabine Jestadt. Birgit, Litzy und Dagmar kümmern sich aber nun um ihre Mitmenschen. Sie bringen viel Zeit mit – Zeit für Gespräche zu Hause, in einem Café, oder Zeit für Spaziergänge in schöner Umgebung.
Thema
„Eine gewisse Lösung“ Warten auf die Barbaren“ ist das letzte Gedicht von Konstantinos Kavafis, das unser Autor unter die Lupe nimmt. Er konstatiert darin eine Bilderwelt, die erstaunlich nahe an jener Franz Kafkas liegt. „Barbarisch“ war ursprünglich nicht fremdenfeindlich konnotiert, doch das änderte sich schrittweise ab dem 6. Jahrhundert v. u. Z., vor allem aber ab den Perserkriegen.
Feuilleton
Impressionen aus der Vorsaison Der neugierige, verspielte und friedliche Jungkater Robbie erkundet voller Tatendrang seine Umwelt in einem noch ruhigen griechischen Dorf während der touristischen Vorsaison im Mai. Unbeeindruckt von der fernen Weltpolitik oder dem nahenden Urlaubsrummel lebt er ganz im Hier und Jetzt, wo jeder Augenblick für ihn ein neues Abenteuer bereithält.
|
Unser Griechenland-Zitat für diese Woche:
Der Vater des Ödipus
„Laios, Labdakosʼ Sohn, du wünschst dir glückliche Kinder. Zeugen wirst du einen Sohn, doch das Schicksal wird dich ereilen, von seiner Hand ums Leben zu kommen. Zugesagt hat es Zeus, der Kronide; er hörte die furchtbaren Flüche des Pelops, als seinen Sohn du geraubt und er dich also verwünschte.“
«Λάιε, Λαβδακίδη, παίδων γένος ὄλβιον αἰτεῖς• τέξεις μὲν φίλον υἱόν, ἀτὰρ τόδε σοι μόρος ἔσται, παιδὸς ἑοῦ χείρεσσι λιπεῖν βίον. ὡς γὰρ ἔνευσε Ζεὺς Κρονίδης Πέλοπος στυγεραῖς ἄραισι πιθήσας, οὗ φίλον ἥρπασας ὑιόν• ὁ δ᾽ ηὔξατό σοι τάδε πάντα.»
Einen kommentierenden Text zum Zitat finden Sie in der aktuellen Griechenland Zeitung!
|