Griechenland / Athen. Die Geduld der Griechen, aber auch von Touristen wird weiter auf die Probe gestellt. Die Besitzer von Lkw und Tankwagen haben heute Nachmittag beschlossen, den seit vergangenen Sonntag andauernden Streik fortzuführen. Wegen des Ausstands stöhnt das Land unter Benzinknappheit, der Handel klagt über erhebliche Einbußen und in Tourismusgebieten machen sich Versorgungsengpässe mit Gütern des täglichen Bedarfs bemerkbar. Auf den Ionischen Inseln musste eine Fährgesellschaft bereits ihre Routen halbieren, weil sich der Treibstoff für die Schiffe zu Ende neigt.
Am gestrigen Donnerstag führten Vertreter der Berufsgruppe in einer Marathonsitzung Gespräche mit Transportminister Dimitris Reppas. Premier Jorgos Papandreou hat bereits am Mittwoch die Zwangsrekrutierung der Fahrer angeordnet, und die entsprechenden „Marschbefehle" sind bei den meisten Fahrern angekommen. Presseberichten zufolge haben aber bei weitem nicht alle ihre Arbeit wieder aufgenommen. Der Regierungschef beruft sich bei seinem Vorgehen auf ein Gesetz aus dem Jahre 1974. Wird das wirtschaftliche oder soziale Leben wegen natürlicher oder anderer Gründe erschüttert, heißt es dort, kann diese Zwangsrekrutierung zur Anwendung kommen. Auf die Zwangsrekrutierung griffen griechische Regierungschefs in den letzten 35 Jahren sechsmal zurück.