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Pakt gegen das Spardiktat: europäische linke Parteien beraten in Athen

  • Freigegeben in Politik

Es sollte ein Signal für ein starkes linkes Bündnis werden. Acht Europa-Minister, Staatssekretäre und Parlamentarier des linken EU-Parteienbündnisses der Europäischen Sozialisten trafen sich vorvorigen Samstag in Athen. Sie erarbeiteten eine gemeinsame Position zur Zukunft der Europäischen Union.

„Wir möchten daran erinnern, dass Flexibilität und Demokratie wichtig sind“, fasste der gastgebende Staatsminister Nikos Pappas (Syriza) die gemeinsame Forderung der Minister zusammen. Es gehe insgesamt darum, aus den Krisen der Europäischen Union zu lernen und jetzt die richtigen Schlüsse zu ziehen.

In der Debatte kamen dann auch die Inhalte der Schlagworte Flexibilität und Demokratie zur Sprache, und zwar als Kritik gegen den Stabilitätspakt der Europäischen Union. Dieser Pakt sieht vor, dass sich Mitgliedsländer in ihren Staatshaushalten nur begrenzt verschulden dürfen. Insbesondere Deutschland drängt seit der Euro-Einführung darauf, dass die anderen Länder mehr sparen und weniger Geld ausgeben.

Geld für die Förderung der Wirtschaft

Die linken Europa-Minister wollen stattdessen erreichen, dass diese Regeln die Mitgliedsländer nicht daran hindern, durch staatliche Investitionen das Wachstum anzukurbeln. „Flexibilität war immer ein Teil des Stabilitätspakts“, sagte der italienische Staatssekretär für europäische Angelegenheiten Sandro Goci, „Wir müssen den Pakt jetzt intelligenter implementieren.“ Das ist die allgemeine Linie, die die linken Politiker gegen die konservativen Staats- und Regierungschefs der EU ziehen wollen: Es soll im Rahmen der bestehenden Verträge erlaubt sein, mehr Geld als bisher auszugeben, um die eigene Wirtschaft zu fördern.

Allerdings: Ein direkter Angriff auf die Sparvorgaben der Geldgeber Griechenlands war das nicht. Auch auf Deutschland wollten die Minister nicht direkt zu sprechen kommen. Erst auf Nachfrage durch Pressevertreter sah sich der französische Staatssekretär für Europafragen Harlem Desir schließlich doch motiviert, auf dieses Thema einzugehen: „Es ist klar, dass Deutschlands Überschuss nicht gesund für europäische Ökonomien ist, denn das führt zu Ungleichgewichten.“ So sehe man nach über 15 Jahren, in denen der Euro als gemeinsame Währung besteht, noch immer keine Angleichung der Gehälter. „Uns ist es wichtiger, dass die europäische Wirtschaft jetzt gesundet“, so Desir.

Was aber will die politische Linke auf höchster Ebene dagegen tun? In der Abschlusserklärung haben die Minister und Staatssekretäre festgehalten, dass bestehende Subventions-Programme weiterhin genutzt werden sollen. Beispielsweise begrüßen sie den sogenannten „Juncker-Plan“, ein Programm, bei dem private Investitionen staatlich bezuschusst werden. Oder das Erasmus-Programm, bei dem Studierende für einen Auslandsaufenthalt gefördert werden.

Die Koalition der Linken

Das Treffen sollte insgesamt wohl eher ein vorsichtiger Fingerzeig an die deutsche Bundesregierung sein. Denn am Tag zuvor hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble über das geplante Treffen der Linkspolitiker öffentlich gespottet. Das griffen die Regierungsvertreter auf: „Berlin sagt, dass nur dumme Sachen rauskommen, wenn sich Sozialdemokraten und Sozialisten treffen“, sagte Sandro Goci, Staatssekretär für Europäische Angelegenheiten in Italien. „Wir sind aber hier, um den politischen Prozess in Europa wieder in Gang zu bringen.“ Die Botschaft, die vermittelt werden sollte, scheint klar: Die Linke hat begonnen, eine eigene Koalition zu bilden.

Markus Kowalski

Unser Foto (© M. Kowalski) zeigt den stellvertretenden Minister für europäische Fragen Nikos Xydakis (links) und Staatsminister Nikos Pappas (rechts) bei der Pressekonferenz am Samstag.

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Ausgehtipp: Die Liebe zum Drahtesel

Wer ein Fahrrad besitzt und gerne damit durch die Stadt fährt, der schwinge sich am kommenden Wochenende auf den Sattel. Denn vom 16. bis 18. September findet das Athener Bike-Festival in der Technopolis statt. In dem Industrie-Museum wird die Liebe zum Rad in besonderer Atomsphäre gefeiert. Bereits zum siebten Mal findet das Festival statt, in den letzten Jahren waren jeweils mehr als 35.000 Besucher dort. 

Auf dem Gelände können die Hersteller und ihre neuesten Modelle besichtigt und ausprobiert werden. Innovative Technologien und Nostalgie zum Klapprad werden hier gleichermaßen Platz finden. Die Besucher sind eingeladen, ihr eigenes Fahrrad mitzubringen. Es gibt Shows zum Zuschauen, aber auch Parcours zum Selberfahren. Alle, die in der Hauptstadt trotz der fahrradunfreundlichen Wege immer wieder auf den Sattel steigen, können hier am Wochenende ihren alternativen Lebensstil feiern.

Datum: 16. September 18:00-21:00, 17. September 10:00-21:00, 18. September 10:00-19:00 Uhr, Eintritt frei.
Veranstaltungsort: Technopolis, Athen
Informationen: www.bikefestival.gr

Unser Foto (© www.bikefestival.gr) entstand bei Fahrrad-Festival im letzten Jahr.

Weitere Kultur- und Ausgehtipps für Athen und ganz Griechenland
ATHEN
MUSIK

Herodes Atticus Theater
16. September Konzert mit „100 Gitarren“.
17. September „An Thimitheis to Oneiro mou“. Vereinigung der Bewohner der Ionischen Inseln.
18. September Tango Port Piazzolla.
Fußgängerzone Dionysiou Areopagitou, www.greekfestival.gr

Megaron Moussikis
14. September Werke von A. Vivaldi und P. I. Tschaikowsky. Yaroslav Tokarev (Violine) und Orchester Academica Athen. Musikalische Leitung: Nikos Athinios. Im Garten.

Technopolis
14. September Thanassis Papakonstantinou, Matoula Zamani und Alexandros Koustas.
16. bis 18. September Athens Bike Festival.
19. September Sokratis Malamas. Entechno.
Piräos 100, Zutritt von der Persefonis-Straße, www.technopolis-athens.com

Aischylia / Elefsina
16. September Stamatis Kraounakis.

Veakio Theater
19. September Jorgos Dalaras. Lieder von Stavros Kougioumtzis.
Piräus, www.viva.gr

Theatro Petras
17. September Jannis Parios. www.viva.gr
Damari Petroupolis

Theatro Rematias
14. bis 18. September OUR Festival. Alternative Künstler u. a. aus den Bereichen Theater, Musik und Tanz.
Fußgängerzone Profitis Ilias, Chalandri, www.theatrorematias.gr

Papagou Festival
14. September Musik. Evanthia Remboutsika und Elli Paspala.
16. September Werke von S. Rachmaninow, F. Chopin, F. Liszt und G. Gershwin. Mimi Roufogali (Klavier) und Eftychia Moschaki (Gesang und Vortrag).

Festival Kifissia / Menandria
15. September Leon of Athens. Villa Kazouli, Kifissias 241.
16. September „Kalispera Oneiro“. Musik und Tanz. Gemeindetheater von Nea Erythräa.
17. September Musikalische Vorstellung mit Werken von Takis Bouras. Hof des Rathauses.
www.kifissia.gr


AUSSTELLUNG

Bis 30. September
„1460 Artdays / 4 Years Artwall / Volume 2“. Gruppenausstellung.
Dachterrasse des Fresh Hotel, Athinas Str., www.theartwall.gr

Bis 25. September
„Thomas Hope (1769-1831): Zeichnungen des Ottomanischen Istanbul“. Museum Islamischer Kunst, Ag. Asomaton 22/Dipilou 12, Tel.: 210 3251311, www.benaki.gr

Bis 30. Oktober
„Ai Weiwei at Cycladic“. Werke des chinesischen Künstlers und Aktivisten, u.a. inspiriert von den archäologischen Ausstellungsexemplaren des Museums. Museum kykladischer Kunst, Neofytou Douka/Vas. Sofias, Tel.: 210 722832, www.cycladic.gr

Bis 13. November
„Dromoi Epiviosos“ („Überlebenswege“). Fotoausstellung von Fotoreportern über das „Flüchtlingsdrama“. Parlamentsstiftung, Amalias 14, Syntagma.

THESSALONIKI
14. September
Jannis Parios. Theatro Dasous, www.ticketservices.gr


15. und 16. September
Moni Lazariston Gastronomiefestival. Einflüsse von Türken, Bulgaren und Juden auf der Gastronomie von Thessaloniki.
Kolokotroni 21, Stavroupoli, Tel.: 2310 589200, www.monilazariston.gr


Bis 18. September
Reworks Festival. Musiker und Gruppen u. a. aus Griechenland, Deutschland, Frankreich, Island, Italien, den USA, Argentinien und Kroatien. Block33, 26. Oktovriou, Tel.: 2310 533533, www.block33.gr

AUSSTELLUNG
Bis 15. Oktober
„Neun russische Geschichten“. Werke zeitgenössischer Künstler aus Russland. Aus der Sammlung des staatlichen Museums zeitgenössischer Kunst, www.greekstatemuseum.com

Bis 31. Januar 2017
„Rhaidestos – Thessaloniki. Antiquitäten einer Flüchtlingsreise“. Objekte aus dem 6. Jhdt. v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert aus Ost-Thrakien. Archäologisches Museum, Andronikou 6, www.amth.gr


HYDRA

AUSSTELLUNG

Bis 30. Oktober
32 Werke von Leonardo Cremonini. Museum von Hydra.


KORFU

Bis 15. September
„The Silk Road“. Jamal. Die Reise vom fernen Osten bis zum Mittelmeer. Museum Asiatischer Kunst, Alter Palast, Tel.: 26610 30443, www.matk.gr


KRETA

AUSSTELLUNGEN

Bis 30. September
„Borders – Crossroads“. Mediterranean Photography Festival. Kolektiv8 – Museum Zeitegnössischer Kunst, Rethymnon, www.cca.gr

Bis 30. Oktober
„Crete – The Beautiful West“. Fotos von Karl-Heinz Loof.
Merada, Lousakies, Kissamos, Tel.: 694 4124771, www.impressions-of-crete.com


SANTORINI

AUSSTELLUNG

Bis 30. September
„Orange Water“. Ausstellung mit Werken griechischer und holländischer Künstler. Santorini Arts Factory, Vlychada, www.santoriniartsfactory.gr

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Bekennervideo von ultra-rechts zu Brandanschlag auf Immigranten-Unterkunft

  • Freigegeben in Chronik

Am Donnerstagabend hat sich eine erstmals in Erscheinung getretene faschistische Gruppierung zum Brandanschlag in Athen bekannt. Es handelte sich dabei um ein Gebäude im Stadtteil Exarchia, in dem Flüchtlinge betreut wurden. Im Bekennervideo gibt sich die terroristische Gruppierung den Namen „Einsame Wölfe des radikalen autonomen kämpferischen Nationalsozialismus“.

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„Pame Scholio“- Flüchtlingsprojekt in Athen

  • Freigegeben in Chronik

„Pame Scholio“ heißt das Pilotprojekt, das es Kindern aus dem Flüchtlingsheim Eleonas im Athener Zentrum ermöglicht, während der Sommerferien täglich in einer nahegelegenen Grundschule an vielfältigen Aktivitäten teilzunehmen. Die Griechenland Zeitung sah sich dort um.

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Sommer auf Griechisch: Urlaub zwischen Idyll und Insolvenz

Im Dorf Afandou auf Rhodos leben rund 1000 ehemalige Gastarbeiter aus dem rheinischen Gummersbach. Nach einer Firmenpleite kehrten sie zurück und bauten mit ihren Ersparnissen und einer deutschen Rente Häuser auf und eröffneten kleine Geschäfte. Fani Nikolis zum Beispiel betreibt ein Café. Jahrelang hat er in Deutschland mit den Nachbarn aus seinem Dorf geschuftet – ihre Kinder arbeiten heute im Tourismus und haben immerhin sechs Monate im Jahr einen Job.

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