Er hinterließ Meisterwerke wie „Endstation Sehnsucht“ und „Jenseits von Eden“: Meisterregisseur Elia Kazan (1909-2003). Der Sohn eines griechisch-türkischen Einwanderers und begnadete Theater- und Filmkünstler war Mitbegründer des berühmten Actors Studio und förderte Filmbegabungen wie Marlon Brando und James Dean.

Elia Kazan, 1909 als Sohn eines griechischen Ladenbesitzers in Konstantinopel geboren, kam im Alter von vier Jahren in die USA und machte als Autodidakt Karriere. Er schuf filmische Meisterwerke wie „Endstation Sehnsucht“ und „Jenseits von Eden“, entdeckte Filmbegabungen wie Marlon Brando und James Dean und experimentierte in dem von ihm mitbegründeten Actors Studio mit unorthodoxen Schauspielmethoden. Bis heute umstritten ist Kazans Rolle während der antikommunistischen Hexenjagd. Die Denunziation von Hollywood-Kollegen, die wie er zuvor Mitglieder der kommunistischen Partei gewesen waren, brandmarkte ihn bis an sein Lebensende. Er starb 2003 im Alter von 94 Jahren – als Verräter. 1954 verhalf ihm der Überraschungserfolg des achtmal oscarprämierten Films „Die Faust im Nacken“ zwar zu materieller Unabhängigkeit, doch von den Folgen seines Verhaltens in den Jahren der McCarthy-Ära sollte er sich nie mehr erholen.

Der Dokumentarfilm zeigt Kazan als Mann mit linken Überzeugungen, als Patrioten, Rebellen und Mitläufer, der sich zeitlebens als Außenseiter sah. Als jemand, der Amerika liebte und zugleich aufs Schärfste kritisierte: Kazans Filme sind eine Kampfansage an puritanischen Mief, an Enge und Korruption. Durch die Einordnung in chronologische Zusammenhänge wird nachvollziehbar, wie das Wunderkind von Broadway und Hollywood in Ungnade fallen und zum Aussätzigen werden konnte. In bislang unveröffentlichten Ausschnitten von Gesprächen, die der französische Filmkritiker Michel Ciment 1971 mit Kazan führte, ist die Stimme des Regisseurs zu hören, als Gegenpart oder auch ergänzend zum Kommentar. Als beredtes Zeugnis eines streitbaren Geistes, der nichts bereute.

(Quelle: www.arte.tv)

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