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Mein Griechenland: Meer- Licht- Natur

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Mein Griechenland: Meer- Licht- Natur

Es sind nur drei Dinge! Das traumhafte Meer, das unglaubliche Licht in diesem Land und die wunderschöne Natur. Als Selbständige in Deutschland hatte ich nie viele Möglichkeiten um Urlaub zu machen. Also rief ich jedes Jahr bei meinem Reisebüro an und gab die Zeit an, wann ich reisen konnte. Sie wussten immer, nicht mehr als fünf Stunden Flug, das Meer wollte ich vom Bett aus hören und Sonne pur. Neun Jahre lang bot man mir die griechische Insel Rhodos an und jedes Mal wollte ich da nicht hin. Einen wirklichen Grund konnte ich nie nennen. So kam ich im ganzen Mittelmeer Raum herum.

Im zehnten Jahr gab es für mich nur noch eine freie Option und das war die Insel Rhodos. Also flog ich auf diese Insel. Wer konnte ahnen, was daraus erwachsen sollte. Von der ersten Stunde an, fühlte ich mich so unglaublich angekommen und obwohl ich nichts gesucht hatte, fand ich so vieles hier, das gut für mich war. Das Meer, eine Faszination in tiefem blau, seine Musik wenn die Wellen langsam am Strand ausrollten und sein betörender Duft. Menschliche Verhaltensweisen, die mir zwar von früher bekannt waren, aber irgendwie bei uns zu Hause verloren gegangen sind. All das habe ich aufgesogen wie einen Schwamm.

Wieder zu Hause im alten Trott, fraß sich eine unendliche Sehnsucht in meinem Herz nach all diesen Dingen. Am meisten vermisste ich das Meer. Die ganze Geschichte würde ein Buch füllen und so beschränke ich ich auf das Wesentliche. Aus dieser Sehnsucht heraus, began ich euphorisch die griechische Sprache zu lernen und machte die bekanntschaft einer griechischen Familie hier aus dem Dorf. Daraus erwuchs eine wunderschöne enge Freundschaft und immer wenn ich komme, flog ich für ein paar Tage hier her ans Meer. Eine schlimme Nervenkrankheit hielt mich seit vielen Jahren in ihren Fängen und die Ärzte rieten mir immer wieder, mein Leben und auch das Klima zu ändern. Daran erwuchs der Traum von einem kleinen Häuschen hier im Dorf. Aber es war nur ein Traum. Zu einem Zeitpunkt, in dem ich der Krankheit wegen nicht mehr gehofft habe meine Insel noch einmal lebend zu sehen, kam ich wieder am Flughafen in Rhodos an. Das halbe Dorf war zur Begrüßung erschienen, denn sie wussten wie es um mich bestellt war. Alle riefen: „Komm, komm schnell wir haben einen Platz am Leben für dich, auf dem Friedhof bekommst du keinen denn du bist nicht orthodox“.

Alle gemeinsam fuhren wir direkt zu einer kleinen Bucht, die zu dem Dorf gehörte. Da wurde ein Platz mit einem angefangenen Haus verkauft und das direkt am Meer. Davon hätte ich nie zu träumen gewagt. Also kaufte ich diesen Platz, was zu der damaligen Zeit eine unglaubliche Odysee war. Europa war noch weit entfernt und ich weis bis heute nicht, wie ich das geschafft habe. Von diesem Tage an hatte meine Sehnsucht ein Ziel und dafür brannte jede Nacht eine Kerze auf meinem Tisch. Von diesem Monat an machte ich mir einen fünf Jahresplan, in dem ich mein Leben in Deutschland langsam abbaute aber gleichzeitig mein neues Leben hier aufbaute. Dies alles geschah vor ca. 22 Jahren.

Am 09.09.1999 bezog ich mein Haus am Meer. Ein weises Haus mit blauen Fenstern und Türen. Ein unglaublicher Weg lag hinter mir, von dem ich erst im Nachhinein die einzelnen Schritte begriffen habe. Ich setzte irgendwann meinen Füß auf diesen Weg und alles lief mit einer mächtigen Energie und großer Sehnsucht, in Richtung - Haus am Meer. Dabei hatte ich anscheinend unsichtbare Helfer. Unerklärbare mystische Begebenheiten, oder waren es nur Zufälle? Unüberwindbare Probleme, Enttäuschungen, Ernüchterungen waren im Wettstreit mit schönen Erlebnissen und neun gefundenen Kraftquellen. Warum wollte ich all die Jahre nicht hier her, war meine Zeit dafür noch nicht gekommen? Warum traf ich ausgerechnet diese Familie, ohne sie hätte ich hier gar nichts. Wie schon gesagt, es würde ein Buch füllen.

Nun lebe ich schon 16 Jahre hier und bin von dem Moment an als ich den Schlüssel in die Tür gesteckt habe- unendlich angekommen! Das was nun letztlich aus meinem Haus am Meer in all den Jahren geworden ist, ist genau so unbegreiflich. Es wurde für meine Kinder und Enkel eine zweite Heimat, ein Urlaubsparadies für die ganze Familie und vielen Freunden. Zuerst kamen sie alle mit ihren Kindern, dann kamen die Kinder alleine und heute bringen sie alle ihre Partner mit. Ihre Liebe zu diesem Meer, meinem Haus und mir ist einfach auf alle übergesprungen und sie genießen es Jahr für Jahr bis heute. So ist der damals begonnene Weg zu einer großen Sache geworden, die mich sehr glücklich und dankbar macht. Das alles ist viel zu schön für mich alleine und deshlab teile ich es gerne.

Als während der Krise so viele Bekannte wieder zurück nach Deutschland gingen, war ich sehr traurig. Aber vielleicht hatten sie einfach andere Ansprüche an dieses Land und das kann leicht schief gehen. Meine Ansprüche sind bis heute dieselben. Das traumhafte Meer, das lIcht dieses Landes und die wunderschönen Natur. Selbst der korrupteste Staat kann mir das nicht nehmen und jemand anderes auch nicht. Ich liebe mein Griechenland und könnte mir ein Leben in Deutschland gar nicht mehr vorstellen.

Barbara König

Dieser Beitrag wurde uns im Rahmen unseres Leserwettbewerbes zum zehnjährigen Jubiläum der Griechenland Zeitung von Frau Barbara König zugeschickt. Wir möchten uns dafür ganz herzlich bedanken.

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