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Freitag, 26. März 2021 10:57

Epi-, Pandemie und Korono-iós

Perikles starb bekanntlich an der im Jahr 429 v. Chr. in Athen grassierenden Pest (loimós). Pest und Cholera (aus griech. choléra – chole ist die Galle) waren Seuchen, die nicht nur einmal der Geschichte der Menschheit eine neue Ausrichtung gaben. Die altgriechische epidemia hatte zunächst die Bedeutung „der Aufenthalt an einem Ort“, genau eigentlich „im gleichen Demos“, und war dann schon in der antiken medizinischen Literatur bei Hippokrates und Galen die „Verbreitung von Krankheiten unter der breiten Bevölkerung“. Älter ist allerdings das Adjektiv epidemios, das schon bei Homer im Sinne von „häuslich“ auftritt, bei Hippokrates aber dann auch für Seuchen in Gebrauch ist, die sich über „ein ganzes Land“ erstrecken.

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Montag, 08. März 2021 12:38

Pontische Kartoffeln

Als die spanischen Amerika-Entdecker im 16. Jahrhundert ein paar von jenen essbaren und sehr nahrhaften Erdknollen dem Papst in Rom zukommen ließen, fragte dieser nicht nach deren Namen, sondern ließ seinen Chefbotaniker eine Ähnlichkeit mit vergleichbaren Erdfrüchten fest stellen. Das waren zunächst einmal die Trüffel, die im gelehrten Latein tatsäch lich terrae tuber (Erdknolle) hießen und von weniger Gelehrten tartufo genannt wurden.

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Freitag, 26. Februar 2021 11:32

Ab ins Dorf – Chorió

Wenn wir in Griechenland ins Dorf (Chorió – das o offen wie in Mord) fahren, bedeutet das nicht nur so viel wie „Wir fahren aufs Land“, sondern oft ist damit das Dorf gemeint, in dem man entweder das väterliche Haus (patrikó spiti) hat(te), oder aber auch zumindest eine Wohnung gekauft oder – in den selteneren Fällen – angemietet hat. Mit dem Begriff Chorió verbindet sich in allen diesen Fällen das Gefühl des Raus aus dem städtischen Verkehrschaos, frische Luft und Bewegungsfreiheit.

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Dienstag, 09. Februar 2021 14:53

Toi toi toi und chtipa xilo!

Αlle um Sie herum haben die Grippe oder sind stark verschnupft, nur Sie hat´s noch nicht erwischt. Damit würde ich an Ihrer Stelle aber nicht so angeben, denn das kann sich bekanntlich schnell ändern. Wenn Sie aber unbedingt sagen müssen, wie gut es Ihnen immer noch geht, werden Sie dies mit einem kräftigen toi toi toi begleiten und versuchen, dabei mit dem Knöchel Ihrer Hand auf ein nächstgelegenes Holz zu schlagen. Genau dasselbe erleben wir in der gleichen Situation wie im englischsprachigen Raum mit touching wood und im französischsprachigen Raum mit toucher du bois auch in Griechenland.

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Montag, 08. Februar 2021 11:56

Brisóla und Suvlákia

Auch diese beiden Wörter sind, vergleichbar mit Käfftädes und Bifftäki, im Griechischen Fremdwörter, das eine, brisóla (μπριζόλα), kommt von dem venezianischen brisiola, suvlaki (σουβλάκι) geht letztendlich auf das lateinische subula zurück. Die Brisola entspricht dem deutschen (Schweins-)Kotelett, was wir auch mit „Rippenstück“ bezeichnen und, wenn es klein ist, auch mit „Rippchen“.

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