Lily Zografou – eine kämpferische Frau

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Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Lili Zografou bei einer Veranstaltung im Jahre 1985. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Lili Zografou bei einer Veranstaltung im Jahre 1985.

Leserzuschrift zum 8. März

Geboren wurde Lily Zografou 1922 auf Kreta als Tochter des Jounalisten Andreas Zografos. Schon in jungen Jahren lehnte sie sich gegen die patriarchalisch geprägten Strukturen Kretas auf. Immer wieder ging sie über die herrschenden Moralvorstellungen und Verbote hinaus. Das brachte ihr viel Ärger von allen Seiten ein.

Sie studierte Philologie und schloss sich im Zweiten Weltkrieg der antifaschistischen Befreiungsfront an. Daraufhin wurde sie 1943 von den Deutschen verhaftet und brachte in der Haft ihre Tochter, die spätere Lyrikerin Rena Chatzidaki, zur Welt.

Nach der Haft beendete sie ihr Studium und schrieb zunächst für Literaturzeitschriften. Ihr erstes Buch, das 1949 erschien und den Titel „Agapi“ (Liebe) trägt, war eine Sammlung von Kurzgeschichten.

Später bereiste sie viele Jahre Mittel- und Osteuropa und arbeitete als Journalistin. Einem größeren Publikum bekannt wurde sie mit einer Abhandlung über den Schriftsteller Nikos Kazantzakis im Jahr 1959.

Mit 24 veröffentlichten Romanen, vielen Theaterstücken und Essays wurde sie zur Bestseller-Autorin. In Deutschland sind vor allem die Werke „Die Frauen der Familie Ftenoudos“, „Beruf: Hure“ und „Deine Frau, die Schlampe“ bekannt. „Die Frauen der Familie Ftenoudas“ wurde sogar für das griechische Fernsehen verfilmt.

Alle ihre Werke kreisen um die Themen: Kampf der Frauen für Selbstbestimmung, Freiheit und Unabhängigkeit. Sie selber hat sich nie als Feministin bezeichnet, doch ihre Bücher behandeln feministische Themen. Am 2. Oktober 1998 starb Liliy Zografou in Iraklio auf Kreta.

Christiane Dalbeck

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