Giorgos Seferis - Dichter und Nobelpreisträger

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Giorgos Seferis - Dichter und Nobelpreisträger

Giorgos Seferis gehört zu den bedeutendsten Dichtern und Essayisten Griechenlands. Er wurde am 13. März 1900 in der damals kleinasiatischen Stadt Smyrna geboren.

Sein Vater war Rechtsanwalt und verfasste ebenfalls Gedichte. Er hatte noch eine Schwester und einen Bruder, beide waren jünger als er. Nachdem seine Familie 1914 nach Athen umgesiedelt war, machte er dort auch sein Abitur und studierte von 1914-1924 in Paris Rechtswissenschaften. 1925 kehrte er nach Griechenland zurück und
trat in den diplomatischen Dienst ein. Er arbeitete als Konsul einige Jahre in London und danach in Koritza, Albanien. 1941 heiratete Seferis nach langjähriger Beziehung Maro Zannou und lebte mit ihr bis 1944 im Exil auf Kreta, in Ägypten und in Südafrika.

Nach der Befreiung Griechenlands 1944 kehrte er nach Athen zurück, trat wieder in den diplomatischen Dienst ein und war zunächst Botschafter im Libanon und dann in Großbritannien.

Sein literarisches Werk besteht aus Gedichten, Essays, einem Roman und Tagebüchern. Stets nahm das Meer in seiner Lyrik einen besonderen Platz ein. Auch die Konzentration auf das Volk, das für die politischen Ideale kämpft, zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk.

1969 wendet er sich mit einer offenen Erklärung gegen die Militärdiktatur: „Zwei Jahre sind bereits vergangen, seitdem uns ein System aufgezwungen wird, das im krassen Gegensatz zu den Idealen steht, für die unsere Welt, für die so aufopferungsvoll auch unser Volk im letzten Weltkrieg gekämpft hat.“

Er war stets auf der Suche nach „seinem Griechenland“, die politische Realität holte ihn allerdings immer wieder ein. Als er 1963 als erster Grieche den Nobelpreis für Literatur erhält, sagt er in seiner Rede: „Wir müssen den Menschen suchen, wo er sich auch findet.“ Dies sollte letztendlich auch das Ziel eines jeden Dichters sein, den Menschen zum Widerstand gegen das Unmenschliche zu führen. Einige seiner Gedichte wurden von Mikis Theodorakis vertont, was zu ihrer politischen Bedeutung für die Bewegung gegen die Junta-Diktatur beitrug.

Als Giorgos Seferis am 29.9.1971 starb, wurde seine Beerdigung zu einem Demonstrationszug gegen die Diktatur. Aus „Letzte Kraft“ – „Und wenn ich zu dir in Märchen und Gleichnissen spreche dann deshalb, weil`s Ohr dafür offener, das Grauen kein Gegenstand für Gespräche ist, denn es lebt, denn es spricht nicht und rückt voran; Den Tag hindurch tropft, im Schlaf tropft die Qual erinnerten Leids.“

Von Christiane Dalbeck, Pylos

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