Deutsches Ehepaar unterstützt Flüchtlingsunterkunft in Athen: „Toll was die hier machen“

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Das Foto (© Madlien Wienberg) zeigt den Leiter des Hotels Nikos Chrysogelos (links), daneben das Ehepaar Mayer und Freiwillige.  Das Foto (© Madlien Wienberg) zeigt den Leiter des Hotels Nikos Chrysogelos (links), daneben das Ehepaar Mayer und Freiwillige.

Im Januar dieses Jahres haben Bärbel und Franz Mayer aus der Nähe von Ingolstadt das Projekt „Hostel Welcommon“ im Athener Stadtteil Exarchia entdeckt. Seitdem engagieren sie sich so gut sie können.

Erst kürzlich (Freitag, 23.6.) fand die bereits zweite große Spendenübergabe in Athen statt. Ein großer vollgepackter Transporter, den Franz Mayer von Ingolstadt in die griechische Hauptstadt gefahren hat, wurde mit Freuden entgegen genommen. Neben Sachspenden wie Kinderwagen, Spielzeug und Kleidung wurden mit den Geldspenden, die bis dahin auf das eigens eingerichtete Spendenkonto in Deutschland eingegangen sind, weitere dringend benötigte Dinge gekauft. Viele dieser Spenden kämen aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, erklärt Bärbel, aber auch ein Artikel in der Ingolstädter Lokalzeitung, der über die Mühen des Ehepaars berichtete, hätte viele Menschen zum Spenden angeregt. Beim Verladen und Auspacken der gesammelten Güter halfen viele mit, die Augen der Kleinsten leuchteten vor Freude, als sie die Bobbycars und die Schuhe entdeckten. Im März hatte das Ehepaar Mayer bereits die erste Autoladung mit Spenden nach Athen gebracht.
„Welcommon“ stehe für „Welcome in common“ (etwa: „gemeinsam bzw. gemeinschaftlich Willkommen“) erklärt Nikos Chrysogelos, der Leiter des Hostels. Im Schnitt würden hier 160 bis 165 Geflüchtete beherbergt, momentan insgesamt 17 Nationalitäten, etwa die Hälfte davon seien Kinder, erläutert Chrysogelos weiter. Einige der Bewohner gelten als besonders gefährdete Geflüchtete: Solche, die an ernsthaften Krankheiten leiden und aufgrund der teilweise sehr langen Verweildauer in den Flüchtlingslagern nicht behandelt werden konnten. „Dann sind da viele Menschen, vorrangig Frauen, die Opfer von Vergewaltigung, Folter und Menschenhandel wurden. Und auch viele schwangere Frauen oder Mütter mit ihren Neugeborenen“, so Chrysogelos.
„Welcommon“ bietet aber nicht nur einen temporären Unterschlupf für Geflüchtete, Ziel sei es ihre Stärken und Fähigkeiten zu fördern, ihnen zu helfen sich zurechtzufinden und „ein neues würdevolles Leben zu beginnen“, erklärt Chrysogelos. Weiterhin seien rund 60 Prozent der Freiwilligen, die seit der Eröffnung des Hostels im August bzw. September 2016 mitgeholfen haben, Deutsche. Auch die Initiative „Respekt für Griechenland“ mit Sitz in Berlin hilft aus der Ferne (die GZ berichtete).
Die Mayers sind nach wie vor begeistert von dem Projekt: „Die Griechen helfen trotz ihrer Lage total selbstlos. Toll was die hier machen.“ Im September bringt das Ehepaar eine weitere Transporter-Ladung Spendengüter nach Athen. Geplant sind Kosmetik- und Pflegeprodukte, denn die sind in Deutschland um einiges günstiger. Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Griechenland Zeitung (GZ 584).

Wer die Mayers und somit das Hostel Welcommon finanziell unterstützen möchte, kann dies über folgende Kontoverbindung machen:

Raiba Gaimersheim
IBAN: DE30721698120000222011
BIC: GENODEF1GAH
Verwendungszweck: Spende WELCOMMON Athen

Wer eine Spendenbescheinigung wünscht, sollte im Verwendungszweck eine Adresse vermerken.

Text und Foto: Madlien Wienberg

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