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Juli 2026 - GRIECHENLAND.NET

documenta 14 kooperiert mit Nationalmuseum für Zeitgenössische Kunst

  • Freigegeben in Kultur

Das Athener Nationalmuseum für Zeitgenössische Kunst (EMST) und die weltweit bedeutendste Reihe von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst „documenta“ werden in diesem Jahr eng zusammenarbeiten. Die documenta 14 findet ab dem 8. April in Athen und ab Juni in Kassel statt.

Die Leiterin des EMST, Katerina Koskina, und der Künstlerische Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk, gaben vorige Woche bekannt, dass das EMST als größte Spielstätte der documenta 14 in Athen Gastgeber der Ausstellung sein wird. Wiederum wird eine kuratierte Auswahl aus der öffentlichen Sammlung griechischer und internationaler zeitgenössischer Künstler/innen des EMTS im Fridericianum in Kassel präsentiert. Diese ständige Sammlung wird dann später in diesem Jahr im EMST in Athen ausgestellt.

Für die documenta ist eine Frage entscheidend geworden: Was bedeutet sie heute auf künstlerischer, politischer und finanzieller Ebene für die Öffentlichkeit? Adam Szymczyks Vorschlag, die documenta 14 in Athen und Kassel zu veranstalten, bringt eine Antwort: Die Rolle der Gastgeberin, die so sehr zur Gewohnheit geworden ist, wird umgekehrt. Stattdessen wird die Ausstellung in einem Kontext entwickelt, in welchem sie selbst Gast ist und ihre Visitenkarte die Einladung zu einem gemeinsamen „Von Athen lernen“ darstellt.
In diesem Zusammenhang wird die Sammlung des EMST während der documenta 14 erstmals in Deutschland im Fridericianum gezeigt. Der Ansatz von Katerina Koskina und dem Team des EMST betrachtet die Sammlung im Licht der langen Geschichte des Fridericianums. Dieses wurde 1779 als erstes öffentliches Museum auf dem europäischen Festland gegründet und war Geburtsort der documenta im Jahre 1955. Zusätzlich ist die historische Tatsache, dass das Fridericianum auch das Parlamentsgebäude des kurzlebigen Königreichs Westphalen (1807-13) und zugleich der ersten parlamentarischen Vertretung in der Geschichte Deutschlands war, eine Inspiration.
Das Gebäude des EMST wurde 1961 von dem visionären modernistischen griechischen Architekten Takis Zenetos (1926-77) in Zusammenarbeit mit Margaritis Apostolidis (1922-2005) als Brauerei entworfen. Das gesamte Gebäudes steht der Präsentation der documenta 14 in Athen zur Verfügung und repräsentiert gleichermaßen exemplarisch die zahlreichen Kooperationen mit anderen öffentlichen Einrichtungen in der griechischen Hauptstadt. (GZeb)

Foto: ©EMST

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„Feige Gewalttat“: Gefährliche Briefsendung an den IWF in Paris TT

  • Freigegeben in Politik

Eine Briefbombe, die mutmaßlich von Athen aus versandt wurde, ging am Donnerstag im Büro des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Paris ein. Die Sendung detonierte in den Händen einer Mitarbeiterin. Die Frau wurde leicht an Händen und im Gesicht verletzt. IWF-Chefin Christine Lagarde sprach von einer „feigen Gewalttat“. Den französischen Ermittlern zufolge habe es sich beim detonierten Inhalt eher um Feuerwerksmaterial gehandelt, denn um eine tatsächliche Bombe.

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Große städtebauliche Eingriffe für Athen in Planung

  • Freigegeben in Chronik

Die griechische Regierung plant in Zusammenarbeit mit der Stadt Athen fünf umfassende städtebauliche Eingriffe, die das Gesicht der Hauptstadt neu profilieren sollen. Dies beschlossen Ministerpräsident Alexis Tsipras und Bürgermeister Jorgos Kaminis am Donnerstagnachmittag bei einem Treffen in Tsipras Athener Amtssitz. Einen Zeitplan legten sie aber nicht vor.
Die wohl wichtigste Planung betrifft das Stadion des Erstligisten Panathinaikos Athen (PAO). Die neue PAO-Arena soll nicht wie seit Jahren geplant im Westathener Gewerbegebiet Eläonas entstehen, sondern hinter einem Krankenhaus der Luftwaffe nahe dem U-Bahnhof „Katechaki“ mit guter Anbindung an den Nahverkehr und die Autobahn zum Flughafen.
Damit eng zusammenhängend sind die beiden folgenden städtebaulichen Eingriffe, nämlich die Fertigstellung eines Shoppingcenters an der Stelle, wo das Stadion ursprünglich gebaut werden sollte, und die seit Jahren geplante Anlage eines Parks am Standort des historischen PAO-Stadions an der Alexandras-Straße in der Athener Innenstadt.
Das Einkaufszentrum war Teil der ursprünglichen Pläne für die Fußballarena, es wurde aber im Rohbau per Gerichtsbeschluss gestoppt. Anschließend ging die Baufirma Pleite. Laut Presseinformationen sollen jetzt die Gläubigerbanken auf eine Fertigstellung drängen. In unmittelbarer Nähe sollen städtische Sport- und Erholungsanlagen sowie der zentrale Athener Fernbusbahnhof entstehen.
Das bisherige PAO-Stadion in der Innenstadt soll zusammen mit den gegenüber liegenden Wohnzeilen, die in den Dreißigerjahren für Kleinasienflüchtlinge gebaut wurden, einen einheitlichen Park bilden. Dazu soll die Alexandras an dieser Stelle untertunnelt werden. Außerdem soll der neue Park über ein Brachgelände auf der Hinterseite mit dem Lykabettos-Hügel verbunden werden.
Der vierte Eingriff betrifft einen seit Jahrzehnten geplanten großen Park auf dem früheren Gelände der Kavallerie in Goudi am nördlichen Stadtrand in unmittelbarer Nähe zum vorgesehenen Standort des neuen PAO-Stadions. Und als letzte städtebauliche Maßnahme wird eine Gesamtaufwertung des historischen Athener Stadtzentrums nördlich der bekannten Altstadtviertel Plaka und Monastiraki in Angriff genommen. Die geplanten Eingriffe betreffen das Stadtgebiet im Dreieck der Straßen Piräos, Stadiou und Ermou.
Unter anderem soll mehr Grün in diesen Teil der Altstadt kommen, neue Fußgängerzonen und Radwege sollen entstehen und die bestehende Infrastruktur verbessert werden. Erklärtes Ziel ist es unter anderem, wieder Einwohner in diesen Teil der Stadt zu locken und den Handel im klassischen Athener Marktviertel zu beleben. Die Stadt hatte bereits vor einiger Zeit einen ähnlichen Plan für einen Teil dieses Gebiets zwischen dem Syntagma-Platz und der Athinas-Straße vorgelegt. (Griechenland Zeitung / ak)

Unser Foto (© Jan Hübel / Griechenland Zeitung) entstand an der Panepistimiou Straße in Athen.

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Heute viel Blau

  • Freigegeben in Wetter

Der Himmel strahlt fast überall. In Athen scheint heute den ganzen Tag über die Sonne. Lediglich in wenigen Teilen des Nordens ziehen vermehrt Wolken auf.

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Görlitz - 100 Jahre deutsch-griechische Freundschaft

Die Geschichte von Görlitz und „seinen“ Griechen, ist eine Geschichte, die auch ein guter Schriftsteller nicht besser hätte erfinden können. Görlitz liegt direkt an der deutsch-polnischen Grenze, am idyllischen Fluss Neiße und es blickt auf eine über 100jährige Freundschaft mit Griechenland zurück.

Begonnen hat diese im 1. Weltkrieg. König Konstantin I war mit einer Schwester von Kaiser Wilhelm II verheiratet und sympathisierte mit dem deutschen Kaiserreich, die Regierung in Athen aber mit den Alliierten Großbritannien und Frankreich. Das 4. Armeekorps Griechenlands geriet 1916 zwischen die Fronten der Großmächte. Kommandant Ioannis Chatzopoulos bat daraufhin Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg um Hilfe. Dieser vereinbarte, dass die Soldaten „Gäste der Reichsregierung für die Dauer des Krieges“ sein sollten. Und so kamen 6.100 Soldaten und 430 Offiziere in Görlitz unter. Die Soldaten in einer leerstehenden Kaserne und die Offiziere, die auch ihre Familien mitbrachten, wohnten in Privathaushalten. In Görlitz wurden sie sehr herzlich empfangen und prägten alsbald das Bild der Stadt, mit damals ca. 90.000 Einwohnern. Da viele deutsche Männer im Krieg waren, lernten einige Griechen auch Berufe, wie z.B. Schneider oder Schuster. Man verliebte und verheiratete sich, zeugte deutsch-griechischen Nachwuchs. Leider starben 1918 insgesamt 133 Soldaten an der Spanischen Grippe. Noch heute ist das eigens von der Stadt eingerichtete Grabfeld zu besichtigen. Auch nach 1919 blieben noch einige der Griechen in Görlitz und fanden dort ihr Glück, sowohl privat als auch beruflich. Nach 1949 begann das zweite Kapitel der Freundschaftsbeziehung zwischen Görlitz und Griechenland, dieses Mal im mittlerweile polnischen Teil, in Zgorzelec, dem Ostteil von Görlitz. Als der griechische Bürgerkrieg beendet war, mussten tausende Kommunisten fliehen, 14.000 davon kamen nach Polen, viele nach Zgorzelec. Zeitweise nannte man den Ort auch „Republika Grecka“. Den Geflüchteten wurde schnell klar, dass sie so schnell, vielleicht sogar nie, in die Heimat zurückkehren würden. Aufgrund der aberkannten Staatsbürgerschaft konnen viele Griechen erst ab 198, nach dem Sieg von Andreas Papandreou, nach Griechenland zurückkommen. Geblieben sind einige griechische Familiennamen und ein einmal jährlich stattfindendes „Griechisches Festival! seit 2011 unter der Schirmherrschaft des griechischen Botschaft. Auf die nächsten 100 Jahre! Kai sta epomena ekato!

Christiane Dalbeck, Pylos

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