Mit einem neuen Verkehrssystem will man während der Olympischen
Spiele ca. 300.000 Fahrzeuge aus dem Zentrum verbannen. Die
Maßnahmen werden am 1. August in Kraft gesetzt.
Keine Zeitungen, keine Nachrichten im privaten Fernsehen und
Rundfunk. Damit mussten in dieser Woche die Griechen wegen eines
landesweiten Streikes der Mitarbeiter von Presse, privatem Rundfunk
und Fernsehen sowie Internet-Portalen zurechtkommen. Das
Informationsvakuum geht aber noch weiter. Der Streik wird am
heutigen Freitag und am morgigen Samstag fortgesetzt. Anlass für
die Protestaktionen sind Forderungen nach "menschenwürdigen Löhnen"
für die Angestellten des Medienbereiches.
11.000 Polizisten sind seit Anfang Juli damit beschäftigt,
Olympia-Anlagen rund um die Uhr zu bewachen. Ab 20. Juli wird sich
die Zahl der als Wachposten aufgestellten Polizisten auf 20.000
erhöhen.
Ein stundenlanger Stromausfall in Südgriechenland sorgte am Montag
bei Temperaturen von bis zu 40 Grad im Schatten für Verdruß bei der
Bevölkerung. Große Teile Athens waren zwischen 11.00 und 18.00 Uhr
ohne elektrischen Strom. Betroffen waren außer Attika auch der
Peloponnes, Teile des Festlandes, die Ionischen Inseln, die Insel
Euböa und einige Kykladen-Inseln.
Eine Sportzeitung titelte am Montag in großen Lettern: "Otto, wir
danken Dir!". Der Thriller um den Weiterverbleib Otto Rehhagels auf
der Trainerbank der griechischen Nationalmannschaft ging am Samstag
abend zu Ende. Nach der Riesensensation des Titelgewinns der
Fußballeuropameisterschaft in Portugal durch Griechenland galt
Rehhagel als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für den Posten
des Trainers der deutschen Nationalmannschaft. Noch am Samstag
hatte man in der griechischen Presse gemunkelt, dass Rehhagel nahe
an einer Einigung mit dem DFB sei.
Ein Menschenleben forderte am Mittwoch ein Brand am Fuße des
Parnitha-Gebirges nördlich von Athen. Zerstört wurden zehn Häuser
und etwa 15 Hektar Wald sowie Grundstücksbepflanzungen. Ums Leben
kam ein 74jähriger Rentner bei dem Versuch, aus seinem Haus zu
flüchten, das bereits von Flammen umgeben war. Ausgebrochen war der
Brand in der Nähe des Olympischen Dorfes. Die Flammen drangen bis
in die Nähe der Piste für die Olympischen Wettbewerbe im
Mountain-Biking vor; Schaden entstand an den Anlagen keiner.
Die 23 Mitglieder der griechischen Fußball-Nationalmannschaft und
ihr Trainer Otto Rehhagel wurden am Dienstag von Staatspräsident
Konstantinos Stefanopoulos und von Premier Kostas Karamanlis
feierlich empfangen. Stefanopoulos erklärte beim Empfang, Trainer
Rehhagel habe der Mannschaft "Disziplin, Fleiß und Siegeswille"
beigebracht. Deshalb habe Griechenland gewonnen. Kritiker im
Ausland, so Stefanopoulos, hätten Rehhagel vorgeworfen, "den alten
Fußballstil" praktiziert zu haben. Unsere Antwort darauf, so der
Präsident: "Wer gewonnen hat, ist der, der besser spielt!
Hunderttausende Griechinnen und Griechen strömten am Montagabend
auf die Straßen der Hauptstadt, um die Fußballnationalmannschaft zu
begrüßen, die den EM-Pokal aus Portugal mit nach Hause brachte
(siehe dazu auch Foto der Woche). Vom Flughafen bis ins Zentrum zum
Stadion Kallimarmaro benötigte der Bus mit den erfolgreichen
Akteuren ganze drei Stunden. Alle wollten die Helden von Lissabon
und ihren Trainer Otto Rehhagel aus der Nähe sehen. Die ganze Stadt
verwandelte sich in einen riesigen Festplatz. Die blau-weiße
griechische Nationalflagge dominierte das Bild: sie war abgebildet
auf T-Shirts oder wurde ins Gesicht gemalt; vor allem Frauen trugen
stolz eine Tätowierung mit der Flagge auf den Oberarmen.
11 Namen und ein Trainer: Nikopolidis, Dellas, Kapsis, Seitaridis,
Katsouranis, Fyssas, Basinas, Zagorakis, Giannakopoulos,
Charisteas, Vryzas. Diese 11 Spieler schickte Otto Rehhagel am
Sonntag bei der Fußballeuropameisterschaft gegen Portugal auf den
Rasen und schaffte nach 90 Minuten das Unglaubliche: 1:0 in der 57.
Minute (gleichzeitig Endstand) und EM-Titel für die Hellenen. In
der Presse lauteten die Schlagzeilen enthusiastisch: "Griechischer
Traum", "Goldener Traum", "Pokal der Träume". Um 18 Uhr wird den
insgesamt 22 Helden und ihrem Kaiser Otto im Kallimarmaro-Stadion
in Athen durch tausende Griechen ein fulminanter Empfang bereitet
werden.
Paradies, Wunder, Traum. Griechenland steht Kopf wegen eines Balls
aus Leder. Donnerstagnacht besiegte die Nationalmannschaft in Porto
im Halbfinale auch die Tschechen (1:0). In der allerletzten Minute
der ersten Viertelstunde der Verlängerung köpfte der "Koloss von
Rhodos", Traianos Dellos, den Ball ins Tor, und Griechenland steht
damit erstmals in seiner Fußballgeschichte in einem Endspiel. Dort
trifft es am Sonntag auf Portugal.