Die europäischen Staats- und Regierungschefs behandelten beim
jüngsten EU-Gipfel auf der nordgriechischen Halbinsel Halkidikí
auch die Einwanderungsfrage. „Anschauungsunterricht“ erhielten die
Politiker in dem Hotel, in dem sie untergebracht waren, dessen
Personal zum Großteil aus Nicht-Griechen bestand. Nach einem
Bericht der Tageszeitung „Kathimerini“ sind etwa 40 % der
Angestellten in Bars, Restaurants, Tavernen, Hotels usw. Ausländer;
sie kommen vor allem kommen aus Albanien, Russland, der Ukraine,
Polen und anderen ehemaligen Ostblock-Ländern. Sie verrichten
Tätigkeiten im Lager, der Küche, als Hilfskellner oder als
Zimmerpersonal.
Innerhalb Europas steht Griechenland hinsichtlich der
Ertrinkungstode an zweiter Stelle. Am vergangenen Wochenende
bestätigten sich diese trockenen Statistiken auf tragische Weise
erneut. Vom Freitag bis Sonntag abend fanden insgesamt 19 Menschen
in griechischen Gewässern den Tod – eine bisher noch nie dagewesene
Anzahl. Die Vorfälle ereigneten sich u. a.
Um die 2.000 Bettler sollen täglich im Großraum Athen unterwegs
sein; in ganz Griechenland wird ihre Zahl auf rund 10.000
geschätzt. Einer Untersuchung der in Athen erscheinenden
Tageszeitung „Eleftherotypia“ zufolge stellen Albaner, Rumänen und
Zigeuner den Löwenanteil dieser Bettler, die im Durchschnitt
zwischen 12 und 20 Jahren alt sind. Nach Angaben des albanischen
Ministeriums für Öffentliche Ordnung, auf das sich die
„Eleftherotypia“ beruft, wurden bisher mehr als 4.
Nach dem Ende der griechischen EU-Präsidentschaft stürzte sich
Premierminister Kóstas Simítis ohne Verschnaufpause in die
innenpolitische Arena. Das bekamen bereits am Mittwoch die Genossen
in der sozialistischen PASOK-Partei zu spüren. Die Stimmungslage in
der Regierungspartei ist nicht die beste. In den Umfragen liegt sie
etwa 8 Prozent hinter der oppositionellen Néa Demokratía; dazu
kamen Rücktritte von PASOK-Funktionären, denen man nicht ganz
koschere „Börsenspiele“ zum Vorwurf machte. Simítis setzte nun
durch, dass Regierungs- und hohe Parteiämter (konkret im
Exekutivbüro der PASOK) nicht vereinbar seien.
Griechische Touristenzentren wie Kreta, Korfu oder Rhodos
verzeichneten im Juni bis zu 20 % weniger Gäste als im Vorjahr. Vor
allem auch die Ankünfte aus Deutschland sind deutlich
zurückgegangen. Als Hauptgründe geben Tourismusexperten die
weltweite schlechte Wirtschaftslage sowie gewisse Unsicherheiten,
die durch den Irak-Krieg hervorgerufen wurden, an. Auch zum Teil
deutlich gestiegene Preise – etwa für Strandliegen und
Sonnenschirme oder in Bars und Cafés – hätten zu einer sich
abzeichnenden Marktkorrektur geführt; vor allem für Touristen aus
dem früheren Ostblock sei Griechenland einfach zu teuer. Beliebte
Ausweichziele sind Bulgarien oder Kroatien.
Zu einem scharfen Schlagabtausch zwischen der Stadt Athen und dem
orthodoxen Athener Erzbistum kam es in dieser Woche. Die Gemüter
erhitzten sich wegen Beschlüssen der Stadt, die den Betrieb von
Freudenhäusern regeln sollen. Die Kirche sprach daraufhin von einer
„Abwertung und Erniedrigung des menschlichen Individuums", von
Entscheidungen, die die erste Gemeinde des Landes nicht ehren
würden und die mit der Kultur, „die wir vor allem während der
Olympischen Spiele vermitteln wollen", unvereinbar sei. Den
Politkern unterstellt die Kirche, dass die jüngsten Beschlüsse
Kreise der Prostitution zufrieden stellen würden und man der
Prostitution angesichts der Olympischen Spiele „offiziellen
Charakter" verleihen wolle. Die Stadt Athen warf der Kirche
ihrerseits fehlende Information vor und sprach von einer
ungerechtfertigten Reaktion.