Mit 44,06 % der Wählerstimmen schnitt die regierende Nea Demokratia
(ND) bei den Europawahlen am Sonntag als beste Partei Griechenlands
ab und schickt 11 Abgeordnete ins Europaparlament. Die große
Opposition PASOK erhielt lediglich 34,03 % der Stimmen (9 Mandate).
Auf Platz drei konnten sich die griechischen Kommunisten (KKE) mit
9,46 % der Stimmen plazieren (2 Mandate). Für Furore sorgte das
Abschneiden der rechtspopulistischen Orthodoxen Volkssammlung
(LAOS) des Medienbesitzers Jorgos Karatzaferis. Der Politiker aus
dem rechten Umfeld, der von 1993 bis 2000 für die ND im Parlament
saß, konnte 4,11 % der Stimmen auf seinem Konto vereinen.
Dafür
erhält seine vor vier Jahren gegründete Rechts-Partei einen Sitz im
Europaparlament. Die LAOS erhält damit erstmals direkte politische
Einflußmöglichkeit. Die Parlamentspartei Radikale Linksallianz SYN
liegt mit 4,15 % der Stimmen (ein Mandat) knapp vor der LAOS.
Politische Beobachter bewerten das gute Abschneiden der
konservativen Nea Demokratia als Bestätigung des Ergebnisses der
Parlamentswahlen am 7. März. Damit hätten die Wähler abermals ihr
Votum für die konservative Regierung unter Kostas Karamanlis
abgegeben. Enttäuschend war die für griechische Verhältnisse
äußerst geringe Wahlbeteiligung. Obwohl laut Gesetz Wahlpflicht
vorgeschrieben ist, enthielten sich ersten Schätzungen zufolge
knapp 40 % der Wähler der Stimme.