EU-Kommissar: „Griechenland, die Straßen der Hoffnung“ Tagesthema

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EU-Kommissar: „Griechenland, die Straßen der Hoffnung“

Eine Botschaft der Hoffnung hat der EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Pierre Moscovici (siehe Foto; © Eurokinissi) während seines offiziellen Besuches in Athen am Donnerstag und Freitag, dem 8. und dem 9. Februar, übermittelt.

Während seiner Rede im griechischen Parlament hat er am Freitagvormittag festgestellt: „Mein Wunsch ist es, dass Griechenland in die Normalität zurückkehrt.“ Er betonte: „Es kann kein und es darf kein viertes Spar- und Reformprogramm (Memorandum) für Griechenland geben.“ Den Talentschwund „brain drain“ ansprechend brachte er seine Hoffnung zum Ausdruck, dass Griechenland „wieder ein starkes und attraktives Land wird, in dem die Griechen bleiben werden“. Parallel wünschte er, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Den Abgeordneten sandte Moscovici eine Botschaft des „Vertrauens und der Hoffnung“. Vertrauen „in die Kraft Griechenlands und in seine Fähigkeiten erfolgreich zu sein“. Die Hoffnung gelte „dem endgültigen Aufschlagen einer neuen Seite“. Der Gast aus Frankreich erinnerte daran, dass die Reformen keine Strafe seien. Vielmehr seien sie notwendig gewesen. Er wiederholte, dass in den kommenden Monaten eine Strategie für mehr Wachstum in Griechenland entwickelt werden müsse.
Während eines Treffens mit Ministerpräsident Alexis Tsipras am Donnerstag hat Moscovici von einem „Gefühl des Selbstvertrauens und der Hoffnung“ gesprochen. Er sei zuversichtlich, dass es eine konjunkturelle Erholung geben werde. Das wirtschaftliche Wachstum für 2017 liege bei 1,6 %. Für die kommenden zwei Jahre prognostiziert der Wirtschafts- und Währungskommissar ein Wachstum von 2,5 %. Er erklärte, dass die Arbeitslosigkeit im Sinken sei. Auch die Rückkehr an die internationalen Märkte sei auf dem richtigen Weg. Moschovici teilte mit Tsipras die Zuversicht, dass das Memorandum im kommenden Sommer beendet sein wird: „Wenn du dich in einem Programm befindest, befindest du dich in diesem Programm. Wenn du es verlässt, verlässt du es endgültig“, stellte er fest. Dennoch müsse es weiterhin eine Art „Beobachtung“ geben, wie es auch in anderen Ländern der Fall gewesen sei, die mit den Internationalen Geldgebern ein Memorandum unterzeichnet haben.
Moscovici hat sich während seines Athen-Aufenthaltes u. a. auch mit Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos und Finanzminister Evklidis Tsakalotos getroffen. Weitere Unterredungen standen mit den Oppositionschefs aus der konservativen Nea Dimokratia (ND) Kyriakos Mitsotakis und der Sozialistin Fofi Gennimata (PASOK) auf dem Programm. Treffen hatte er zudem mit dem Präsidenten des Industrieverbandes (SEV) Theodoros Fessas sowie mit Vertretern des Verbands der griechischen Touristikunternehmen SETE. Des Weiteren hat Moscovici eine Rede im Rahmen eines Kongresses des Wirtschaftsmagazins Economist gehalten. Einen Vortrag beim griechisch-französischen Forum betitelte er: „Griechenland: Die Straßen der Hoffnung“.

Elisa Hübel

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