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Erdöl aus Russland: „Historische Übereinkunft“ Tagesthema

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Griechenland/Athen. Eine Vereinbarung über den Bau der Erdölleitung von Burgas am Schwarzen Meer nach Alexandroupolis an der Ägäisküste trafen am Montag in Athen Premier Kostas Karamanlis, der russische Präsident Wladimir Putin und dessen bulgarischer Amtskollege Georgi Parvanov. In den gemeinsamen Erklärungen heißt es, dass bis Ende 2006 ein entsprechender Vertrag der beteiligten drei Staaten unterzeichnet werden soll. Karamanlis bezeichnete die in Athen getroffene Vereinbarung als „historisch\" und sprach von einem „Traum vieler Jahre, der nun Wirklichkeit wird\". Bulgariens Präsident Parvanov stellte zufrieden fest, dass man innerhalb von 50 Minuten die Verfahrensprobleme der vergangenen Jahre gelöst habe.
t habe. Man sei sich der strategischen Bedeutung der gemeinsamen Pipeline voll bewusst.

Russlands Präsident Putin betonte, dass Griechenland und Bulgarien zwei „zuverlässige Partner Russlands\" seien. Man werde die begonnene Zusammenarbeit sicher auch auf anderen Gebieten fortsetzen können. Seiner Ansicht nach leiste das gemeinsame Projekt einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung Europas. Empfangen wurde Putin in Athen auch von Staatspräsident Karolos Papoulias, der von einer Pipeline der „Freundschaft und der Kooperation\" sprach.
Für Verstimmung sorgte das gemeinsame Projekt Presseberichten zufolge in den USA. Außenministerin Dora Bakojanni wird noch in diesem Monat eine USA-Reise antreten, um sich dort mit dem amerikanischen Energieminister zu treffen. Wie es heißt, soll man in Washington durch die Aussicht, dass Europa energiepolitisch von Russland abhängig werden könnte, wenig erfreut sein. Diese Befürchtungen beträfen sowohl die geplante Erdöl-Pipeline als auch die Erdgasleitung über die Türkei und Griechenland nach Italien.

Die in Athen erscheinende größte griechische Tageszeitung „Ta Nea\" sprach am Dienstag von einem „großen wirtschaftlichen und geopolitischen Nutzen\", der gleichzeitig mit einem „riesigen ökologischen Risiko\" verbunden sei. Einerseits soll die Pipeline – die etwa 30 bis 50 Millionen Tonnen Öl pro Jahr transportieren wird – Griechenland jährliche Einnahmen in Höhe von 35 bis 40 Mio. Euro bescheren. Andererseits sprechen Umweltschützer von einer „Bedrohung des Ökosystems in der Ägäis\". Um das Erdöl aus dem Hafen von Alexandroupolis abzutransportieren, müssten VLCC-Tanker (Very Large Crude Carrier) mit einer Tonnage von 250.000 bis 300.000 Tonnen eingesetzt werden. Der Vorsitzende der Umweltschutzorganisation „Ägäisches Meer\", Theodoros Tsimpidis, warnte davor, dass nach einer eventuellen Kollision eines solchen Tankers die gesamte Ägäis in Mitleidenschaft gezogen würde. Außerdem warnen die Umweltschützer vor den bei der Verladung nahezu zwangsläufig entstehenden Verunreinigungen des Meeres. Durch die Meeresströmungen würde das ins Wasser gelangte Öl bis an die Strände Thrakiens transportiert und außerdem die Fischfanggründe verunreinigen.
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