Griechenland und Frankreich wollen im Rüstungsbereich noch enger kooperieren. Außerdem soll demnächst ein bereits 2021 getroffenes bilaterales Militärabkommen erneuert werden. Vereinbart wurde dies am Donnerstag (29.1.) bei einem Treffen des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis mit der französischen Verteidigungsministerin Catherine Vautrin in Athen.
Mitsotakis verwies dabei auf die engen partnerschaftlichen Beziehungen der beiden Länder, die eine Vielzahl von Bereichen betreffe. Was den Verteidigungssektor angehe, so habe man gerade hier eine äußerst enge bilateral Beziehung aufgebaut. Er ging dabei auf die jüngst erfolgte Übergabe der ersten von insgesamt vier Fregatten des Typs Belharra an Griechenland ein, die auf den Namen „Kimon“ getauft worden war. Dies sein ein Beweis für die Dynamik und Effektivität dieser Zusammenarbeit. Der jüngste Besuch der Ministerin aus Paris, so Mitsotakis, erhalte „in einem äußerst komplexen internationalen Umfeld, das sich in schwindelerregendem Tempo verändert“ eine noch größere Bedeutung. Zudem brachte der Gastgeber die Hoffnung zum Ausdruck, dass er in den kommenden Monaten mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron die bereits vor mehr als vier Jahren getroffene Vereinbarung über die bilaterale militärische Kooperation erneuern könne.
Über die Vertiefung der bilateralen militärischen Zusammenarbeit verständigte sich auch der griechische Verteidigungsminister Nikos Dendias mit seiner französischen Amtskollegin während einer Besichtigung der Fregatte „Kimon“ in der Marinebasis Salamina, wo das Schiff vor Anker liegt. Auch er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass der militärische Pakt mit Frankreich schon bald erneuert werden könne.
Im Oktober 2021 war ein entsprechender Vertrag zwischen beiden Staaten vom griechischen Parlament ratifiziert worden. Mitsotakis hatte diesen bereits damals als „historisch“ bezeichnet und auf den Ernst der Lage angesichts einer permanenten Bedrohung durch die Türkei aufmerksam gemacht. Deshalb müsse das Land entsprechend gewappnet sein. Die linke Opposition hatte bemängelt, dass Griechenland angesichts des Militärpaktes dazu verpflichtet werden könnte, sich an französischen Militäreinsätzen zu beteiligen.
(Griechenland Zeitung / Jan Hübel)