Am 22. oder 23. April wird der französische Präsident Emmanuel Macron in Athen erwartet. Das berichteten übereinstimmende mehrere griechische Medien – wie etwa die in Athen erscheinende Zeitung Kathimerini. Demnach habe man sich endgültig auf die Erneuerung eines griechisch-französischen Partnerschaftsvertrages bezüglich der Kooperation in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit geeinigt.
Anlass der bevorstehenden Griechenlandreise Macrons sei die feierliche Unterzeichnung dieses Vertrages. – Der Vorläufer dieser Vereinbarung war bereits 2021 unter Dach und Fach gebracht worden und wäre in diesem Jahr ausgelaufen.
Angekündigt worden war die Vertragserneuerung bereits während eines kürzlich erfolgten Besuches der französischen Verteidigungsministerin Catherine Vautrin in Athen. Unterzeichnet werden soll parallel dazu eine Absichtserklärung über eine bilaterale Zusammenarbeit im Bereich von Innovationen, die ebenfalls den Verteidigungsbereich betrifft.
Angesichts von wiederholt vorgebrachten Kriegsdrohungen der Türkei sind die vertraglichen Regelungen mit Frankreich für Griechenland sehr wichtig, da darin eine Beistandsklausel beinhaltet ist, die für den Fall einer Verletzung der Souveränitätsrechte durch Drittstaaten in Kraft treten würde.
In den letzten Jahren hatte Athen in Frankreich hochmoderne Rüstungsgüter bestellt, darunter vier Fregatten vom Typ Belharra und 24 Kampfflugzeuge vom Typ Rafale. Zudem führen beide Länder gemeinsame Militärmanöver durch.
Die bilaterale Kooperation betrifft u. a. auch Infrastrukturprojekte wie die Verlegung eines Unterwasserkabels für den Transport von Elektroenergie zwischen Griechenland und Zypern, das in einer zweiten Phase bis nach Israel reichen soll. Bekannt ist dieses Projekt unter dem Namen Great Sea Interconnector.
(Griechenland Zeitung / Jan Hübel)