Die jüngsten kriegerischen Entwicklungen im Nahen Osten, die sich in erster Linie gegen den Iran richten, sorgen auch in Griechenland für starke Beunruhigung. Besonders neuralgische Punkte sind für Athen die Auswirkungen auf die Wirtschaft und vor allem auch auf die Schifffahrt.
Griechenland unterhält eine der größten Handelsflotten der Welt. Besorgt ist man aber auch angesichts einer möglichen Flüchtlingswelle sowie um die Sicherheit griechischer Staatsbürger, die sich in der arabischen Welt aufhalten. Allein in Abu Dhabi gibt es griechischen Presseberichten zufolge etwa 15.000 Griechen, was eine komplette Evakuierung sehr schwierig machen würde.
Auf dem diplomatischen Weg forderte Athen die Einhaltung des internationalen Rechts und der Menschenrechte. Gleichzeitig brachte Außenminister Jorgos Gerapetritis Solidarität mit den Verbündeten in diesem Konflikt zum Ausdruck.
Laut Angaben von Militärbeobachtern könnten iranische Raketen leicht auch griechisches Territorium erreichen. Vor allem der Angriff mit einer Drohne auf einen britischen Militärstützpunkt auf der Insel Zypern wurde in Athen mit größter Aufmerksamkeit registriert. Als Reaktion darauf entsendet Athen vier Kampfflugzeuge vom Typ F-16 Viper auf die seit 1974 geteilte Insel, deren Nordteil seither von türkischen Truppen besetzt gehalten wird, sowie zwei Fregatten. Ziel ist es, eine aktive Rolle bei der Überwachung des zyprischen Luftraumes zu übernehmen. Bei dem ersten der beiden Kriegsschiffe handelt es sich um die „Kimon“, eine hochmoderne Fregatte des Typs Belharra, die erst kürzlich aus Frankreich geliefert worden war. Das zweite Schiff ist mit einem System namens „Kentavros“ ausgestattet, das u. a. zur Abwehr von Drohnen eingesetzt wird.
(Griechenland Zeitung / Jan Hübel)