US-Präsident Trump hat in den sozialen Medien ein Interview des griechischen Energieministers Papastavrou geteilt, in dem Griechenlands Rolle als zentrales LNG-Drehkreuz und die wachsende energiepolitische Zusammenarbeit mit den USA hervorgehoben werden. Beobachter werten dies als Signal für das anhaltende US-Interesse an der strategischen Bedeutung Griechenlands.
Der Präsident der USA, Donald Trump, hat am Sonntag (17.5.) auf der Plattform Truth Social ein Interview des griechischen Ministers für Umwelt und Energie Stavros Papastavrou gegenüber der US-Amerikanischen Nachrichtenseite Breitbart repostet, dass er im Rahmen des Delphi-Wirtschaftsforums Ende April gegeben hatte.
In den griechischen Medien wird dieser Report als ein Beweis für das US-Amerikanische-Interesse an die geostrategische Rolle Griechenlands zwischen dem östlichen Mittelmeer und Europa gewertet.
Athen befürwortet Energiemix
Im Interview betont Papastavrou, dass sich Griechenland zunehmend zu einem strategischen Drehkreuz für den Transport von amerikanischem LNG nach Südosteuropa und in die Ukraine entwickelt – in einer Phase, in der Europa seine Abhängigkeit von russischem Erdgas drastisch reduzieren will. Zugleich verweist er besonders auf die neuen Kohlenwasserstoff-Explorationen unter Beteiligung der US-Amerikanischen Ölkonzerne ExxonMobil und Chevron. Weiterhin hob der Minister aus Athen hervor, dass Europa der größte Abnehmer von LNG-Importen aus den USA sei. Er setzte sich für einen Energiemix aus Wind- und Solarenergie, Kohlenwasserstoffen, Wasserkraft und Geothermie ein – „nicht entweder nur Sonne und Wind oder ausschließlich fossile Energieträger, sondern alles zusammen“. Zudem betonte er, dass sich die Beziehungen zwischen den USA und Griechenland auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten befänden, wobei die Energiepolitik und die Verteidigungszusammenarbeit die zentralen strategischen Pfeiler seien. Abschließend erklärte er: „Die USA und Griechenland stehen sich heute näher denn je, und Energie sowie die Verteidigungszusammenarbeit bilden die beiden tragenden Säulen dieser Beziehung.“ Papastavrou fügte hinzu, dass 85 Prozent des von Griechenland importierten verflüssigten Erdgases (LNG) aus den USA stammen.
Er betonte außerdem, dass die Energie-Diplomatie den Rahmen von Trumps Handelsabkommen geprägt habe und zentrale Bündnisse wie das sogenannte 3+1-Format zwischen Griechenland, Zypern, Israel und den USA gestärkt habe.
Energieflüsse
Zudem hob er hervor, dass Trump Energie gezielt als außenpolitisches Instrument einsetze – „Das ist sein Markenzeichen, und ich denke, es hat funktioniert“, sagte Papastavrou gegenüber Breitbart News. Zugleich erklärte er, Griechenland folge Trumps energiepolitischem Ansatz eines „Realismus“ und setze sowohl auf Kohlenwasserstoffe als auch auf erneuerbare Energien.
„Über Jahrzehnte floss Erdgas von Russland in den Westen und vom Norden in den Süden“, sagte Papastavrou. Er fügte hinzu: „Die Energieflüsse verliefen in zwei Richtungen, von Ost nach West und von Nord nach Süd. Jetzt kehren wir dieses Muster um. Statt von Nord nach Süd geht es nun von Süd nach Nord.“ Weiterhin erklärte er, dass US-LNG ins LNG-Terminal in Revithoussa bei Athen geliefert werde und über Verbindungen mit Bulgarien, Rumänien und Moldau bis nach Kiew gelangt. Dabei erklärte er auch, dass Griechenland die Ukraine von Anfang an vollständig unterstützt habe: „Wir stehen in ständigem Austausch und enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Kiew, um sie mit Ausrüstung, Energieinfrastruktur und in ihrem Kampf gegen Russland zu unterstützen.“ Er fasste zusammen: „Ich denke, die USA und Griechenland sind so eng verbunden wie nie zuvor, und Energie – zusammen mit der militärischen Zusammenarbeit – sind die beiden tragenden Säulen“. Letztendlich würdigte Papastavrou die Arbeit der US-Botschafterin in Athen Kimberly Guilfoyle: „Sie hat von Anfang an verstanden, was wir aufgebaut haben. Sie kam mit dem Ansatz der Administration, wonach Energie eine multiplikative Wirkung entfaltet.“
Weiteren Medienberichten zufolge habe die US-Botschafterin Guilfoyle kürzlich dem US-Präsidenten Trump vorgeschlagen, den US-amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli mit einer Rede von der Athener Akropolis aus, der Wiege der Demokratie, zu feiern. Zuvor hatten weitere Medien davon berichtet, dass Trump noch in diesem Jahr einen offiziellen Besuch nach Griechenland plane. In der Vergangenheit war immer wieder betont worden, dass Guilfoyle einen sehr persönlichen Kontakt zu Präsident Trump pflege, und dass sie ihn, wenn nötig, jederzeit auch persönlich anrufen könne. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)