Am Donnerstag (21.5.) wurde Alexandros Giotopoulos, ehemaliger Anführer der berüchtigten griechischen Terrorgruppe „17. November“, unter Auflagen vorzeitig aus der Haft entlassen. Er war Mitte Juli 2002 festgenommen und per Gerichtsurteil in zweiter Instanz zu 17 lebenslänglichen Freiheitsstrafen und weiteren 25 Jahren Haft wegen moralischer Urheberschaft für 17 Morde und für weitere Straftaten, wie etwa Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle, verurteilt worden.
Der Berufungsausschuss kam seinem Ersuchen nach Haftentlassung nach, nachdem er bereits in den letzten Jahren mehrfach Hafturlaub erhalten hatte. Er darf das Land nicht verlassen und muss sich regelmäßig auf einer Polizeiwache an seinem Wohnort in der Nähe von Athen melden, den er ebenfalls nicht verlassen darf.
Der 1944 in Paris geborene Terrorist zählt zu den Gründungsmitgliedern des „17. November“ (17N) und galt als deren wichtigster Drahtzieher; er agierte unter dem Decknamen „Lampros“. – Während des Gerichtsprozesses gegen diese Terrororganisation bestritt er sämtliche Vorwürfe und behauptete, die mitangeklagten Mitglieder der Organisation nicht zu kennen. Im gleichen Atemzug hatte er vor Gericht von einer „Verschwörung“ gegen seine Person gesprochen. U. a. hatte er sich an das griechischen Höchstgericht Areopag und an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewandt, um auf eine Haftentlassung hinzuarbeiten.
(Griechenland Zeitung / Jan Hübel)