Bei einer gemeinsamen Operation des griechischen Geheimdienstes und der Antiterror-Einheit der Polizei ist auf Kreta ein 37-jähriger Palästinenser festgenommen worden. Er steht im Verdacht, von der Hamas rekrutiert worden und in mögliche Anschlagsplanungen in Europa verwickelt zu sein.
Unter dem Codenamen „Odin“ verhaftete der griechische Geheimdienst in Kooperation mit Antiterror-Spezialisten der Griechischen Polizei am Samstag (6.6.) auf der Insel Kreta einen 37-jährigen Palästinenser. Gegenüber den Behörden hatte er sich kooperationsbereit gezeigt. Dabei habe er zugegeben, dass er von der Hamas rekrutiert worden sei. In Malaysia habe er eine terroristische Ausbildung erhalten und er könne aus einfachen Materialien Sprengvorrichtungen bauen. Die griechischen Behörden sind dem Mann auf die Schliche gekommen, nachdem zwei seiner mutmaßlichen Komplizen auf Zypern verhaftet wurden.
Israelisches Ziel
Die Ermittler gehen davon aus, dass die drei Palästinenser einen größeren Anschlag gegen israelische Ziele in Europa geplant haben könnten. Welches das Ziel der Hamas konkret sei, wollte oder konnte der 37-Jährige den griechischen Behörden nicht vermitteln. Am Dienstag wird das israelische Kreuzfahrtschiff „Crown Iris“ auf Kreta vor Anker gehen. Bereits in der Vergangenheit kam es in Griechenland immer wieder zu Protestaktionen gegen die Ankunft dieses Schiffes.
Der 37-Jährige hatte in Griechenland politisches Asyl erhalten, und er hatte sich zwischendurch auch in Deutschland aufgehalten. In Griechenland lebt er seit 2023. Unter anderem hatte er in einem Fünfsterne Hotel bei Agios Nikolaos auf Kreta als Elektriker gearbeitet. Seine Mitbewohner, die ebenfalls aus Palästina stammen, wurden wieder freigelassen, weil keine weitere Verbindung zur Hamas hergestellt werden konnte. Genauer untersucht wurde hingegen eine Wohnung, die der 37-Jährige im Athener Zentrum nutzte. Eigenen Angaben zufolge sei er verheiratet. Seine Ehefrau und zwei Kinder würden nach wie vor in Palästina leben.
Spionagefälle
Am Samstag wurde außerdem in der Nähe von Chania auf der Insel Kreta ein 56-jähriger deutscher Staatsbürger verhaftet. Vorgeworfen wird ihm Spionage. Konkret soll er mit einer professionellen Kamera Militärflugzeuge fotografiert haben. In jüngster Vergangenheit wurden außerdem zwei Männer jeweils aus Polen und Georgien in der Region wegen des Verdachts auf Spionage festgenommen. Sie hatten u. a. die US-Militärbasis bei Souda fotografiert. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)