Login RSS

Parthenon der Athener Akropolis mit strahlendem Gesicht: „Historischer Moment für die Weltkultur“ Tagesthema

  • geschrieben von 
Ohne Gerüst! Westseite frisch renoviert: Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den Parthenon auf der Akropolis in Athen. Ohne Gerüst! Westseite frisch renoviert: Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den Parthenon auf der Akropolis in Athen.

Ein bedeutender Meilenstein der Restaurierung der Athener Akropolis ist abgeschlossen. Seit dieser Woche ist die westliche Fassade des Parthenon wieder in jenem Zustand zu sehen, die sie vor 220 Jahren hatte. Zudem konnten die Außengerüste entfernt werden – was für das makellose Outfit dieses zweieinhalb Jahrtausende alten Monuments natürlich besonders wichtig ist.


In mühsamer Arbeit und mit großer Liebe zum Detail haben Experten zwei Orthostaten an bis dahin freien Stellen des Westgiebels errichtet, zum Teil unter Einsatz von Fundstücken aus der Antike bzw. mit den originalen Steinen. Dabei war äußerste Präzisionsarbeit erforderlich, um die neuen Marmorsteine an die vorliegenden Originale anzupassen und alles passgenau zusammenzufügen. Auch die dahinterliegende Wand wurde wiederhergestellt.
Kulturministerin Lina Mendoni zeigte sich begeistert. Es handle sich um einen „außergewöhnlich anspruchsvollen“ Eingriff, den man vorgenommen habe. Dadurch zeige sich die Westfront des Parthenon „in seiner vollständigsten Form seit etwa 220 Jahren“. Es handle sich um einen „historischen Moment für die Weltkultur“. Alle Beteiligten hätten das Projekt mit „vorbildlicher Präzision und großer Hingabe“ umgesetzt. Der erfolgreiche Abschluss der Restaurierung sei eine Pionierarbeit und stelle einmal mehr unter Beweis, dass Griechenlands Restauratoren zu den Besten der Welt gehören.
Errichtet worden war der Parthenon für Athene, die Göttin der Stadt Athen im 5. Jahrhundert v. Chr. auf Initiative des einflussreichen Politikers Perikles. Der Prachtbau diente nicht zuletzt auch als Schatzkammer. Als Bauleiter fungierte der berühmte Bildhauer Phidias, der vor allem an der bildhauerischen Ausgestaltung des Bauwerks maßgeblich mitwirkte.
Der jetzige Anblick der Westseite dieses klassischen Bauwerkes entspricht den Wissenschaftlern zufolge in etwa jenem Zustand um das 1800 n. Chr. – bevor unter der Anleitung von Lord Elgin Marmorskulpturen und -fragmente herausgebrochen wurden, um sie nach London zu verschiffen. Betroffen von diesem Vandalismus waren auch Stücke vom Westgiebel des Parthenon – die heute gemeinsam mit anderen Exponaten im British Museum zu bewundern sind. Der griechische Staat fordert seit dem 19. Jahrhundert permanent die Rückgabe dieser einzigartigen Kulturgüter. – Die erfolgreiche Restaurierung des Westgiebels des Parthenon ist sicher noch ein Argument mehr, dass die griechische Seite in Verhandlungen mit London in die Waagschale werfen kann.
(Jan Hübel / Griechenland Zeitung)

Nach oben

 Warenkorb