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Protestwelle in Griechenland: Gewerkschaften und Bauern machen mobil Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand von einer Demonstration von Landwirten im Mai. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand von einer Demonstration von Landwirten im Mai.

Handwerker, Beschäftigte im Gastgewerbe und Landwirte bereiten in Griechenland neue Protestaktionen vor. Sie kritisieren niedrige Einkommen, fehlende Tarifverträge und ungelöste Probleme in der Agrarpolitik. Höhepunkt der Mobilisierung soll die Internationale Messe Thessaloniki Anfang September werden.


In dieser Woche kommt es in vielen Teilen Griechenlands zu Protestaktionen. Höhepunkt ist der Mittwoch (24.6.). Daran beteiligen werden sich vor allem Handwerker und Arbeitnehmer im Gastronomiegewerbe.
Sie kritisieren, dass die Arbeitgeber Milliarden Euro verdienen würden, ohne dass sich das in den Gehältern oder der Sicherheit am Arbeitsplatz widerspiegeln würde. Die Betreffenden verweisen darauf, dass der Mindestlohn bei 920 Euro brutto – bzw. 770 Euro netto – liegt.
Vor allem fordern sie die Unterzeichnung von Rahmentarifverträgen, mehr Sicherheit am Arbeitsplatz und Gehaltserhöhungen. Angesichts der Internationalen Messe Thessaloniki im Spätsommer wollen sie ihre Kräfte bündeln, ein Höhepunkt ihrer Proteste wurde für den 5. September ins Auge gefasst.

Mehr Lohn, mehr Schutz
Die Handwerker fordern eine Fünftagewoche mit einer täglichen Arbeitszeit von sieben Stunden. Außerdem wollen sie ein früheres Rentenalter für ihre Zünfte durchsetzen. Am Mittwoch folgen Protestaktionen u. a. in Athen, Thessaloniki, Agrinio, Kavala, Karditsa, Kreta und Larissa.
Für 48 Stunden werden am Dienstag und Mittwoch auch jene Handwerker die Arbeit niederlegen, die im Metropolitanpark des ehemaligen Flughafens von Elliniko arbeiten. Dort entstehen Wohnungskomplexe für Superreiche aus aller Welt.
Die Angestellten im Gastronomiebereich beklagen, dass es durch ein neues Gesetz nun gesetzlich erlaubt ist, wenn sie sieben Tage in der Woche für jeweils bis zu 14 Stunden arbeiten. Außerdem würde sich eine marginale Gehaltserhöhung, die sie offiziell erhalten haben, durch erhöhte Steuern, die sie dadurch entrichten müssten, gegen Null bewegen. Kritisiert wird außerdem, dass an besonders touristischen Orten Menschen aus Drittländern arbeiten, ohne dass bekannt wäre, wie viele es seien, wie sie entlohnt würden und wo bzw. wie sie untergebracht seien.
Zudem erklären Vertreter beider Sparten, dass viele Arbeitsunfälle schlicht und einfach durch die Erschöpfung der Arbeitnehmer zu erklären seien.

Unmut auf dem Land
Unterdessen bereiten auch die Landwirte neue Protestaktionen vor, um sich am 5. September an den Protestaktionen im Rahmen der Internationalen Messe Thessaloniki zu beteiligen. Auch sie treten bereits zwischen Dienstag und Donnerstag dieser Woche in den Streik. Bauern und Viehzüchter erklären, dass die Probleme, gegen die sie mit Straßenblockaden im Winter demonstriert hatten, noch nicht beseitigt wurden. Dazu zählt etwa, dass die tatsächlich Schuldigen im Skandal mit illegalen Subventionszahlungen der staatlichen Agentur für Auszahlung und Kontrolle von EU-Agrarbeihilfen (OPEKEPE) noch nicht zu Rechenschaft gezogen worden seien. Außerdem erklären sie, dass die Regierung bereits neue Subventionen angekündigt habe, ohne noch ausstehende Gelder aus dem Jahre 2025 ausgezahlt zu haben. Dadurch seien viele Landwirte in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der Regierung werfen sie vor, die Bauern verschiedener Regionen bewusst gegeneinander auszuspielen. Außerdem fordern sie Maßnahmen zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche in Ziegen- und Schafherden. Ihre Protestaktionen in dieser Woche wollen sie dem Vernehmen nach noch auf größere Städte in der griechischen Provinz begrenzen. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)

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