Griechenland geht gegen nicht genehmigte Arztpraxen und Kliniken vor
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Griechenland macht Fortschritte bei seinen Bemühungen, Klarheit über dubiose private Kliniken und Arztpraxen zu gewinnen. Dazu beigetragen hat vor allem die Internetplattform MedWatch. Auf dieser Grundlage will man mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz fragwürdige private Kliniken und Arztpraxen aufspüren. Ausschlaggebend für diese Aktivitäten war der Tod des Sängers Jorgos Mazonakis während einer Plasmapherese in einer privaten Arztpraxis, die keine entsprechende Expertise hatte.
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Rückgang von Werbungen
Am Dienstag (29.9.) haben Gesundheitsminister Adonis Georgiadis und Jannis Doxaras, CEO des Unternehmens Warply, das für den Betrieb von MedWatch Verantwortung trägt, eine Pressekonferenz gegeben.
Als erstes Resultat dieser Plattform sehen sie, dass in einem Zeitraum von etwa zehn Tagen die bezahlten Werbungen für private Kliniken und Arztpraxen um etwa 91 % zurückgegangen seien. Die Plattform zieht dabei offizielle Angaben u. a. auf Internetseiten und in den sozialen Medien in Betracht. Die Resultate werden nicht als endgültige Schlussfolgerungen behandelt, sondern von den jeweiligen Ärztekammern bewertet. Untersucht wurden bisher lediglich Kliniken und Arztpraxen in Athen, Thessaloniki und Piräus; demnächst sollen diese Bemühungen landesweit vertieft werden. Unter die Lupe genommen werden etwa auch Zahnarztpraxen und Schönheitskliniken. In 468 Fällen wurden Nicht-Mediziner registriert, die demnach unerlaubt medizinische Verfahren durchführten.
Erfahren Sie mehr über die Plattform MedWatch hier: Plattform MedWatch: Klarheit über dubiose private Kliniken und Arztpraxen in Griechenland
Einheitliche Kontrollen
Die Präsidentin der Panhellenischen Ärztekammer Matina Pagoni erklärte gegenüber dem staatlichen Radiosender ERTnews 105,8, dass alle Ärzte überprüft werden müssten. Vor allem die Kontrollen in Arztpraxen privaten Kliniken müssten verstärkt werden, so Pagoni. Daran müssten sich ihrer Meinung nach einheitlich sowohl Ärzte, als auch Staatsanwälte und die Polizei beteiligen. Sie erklärte, dass Arztpraxen von den jeweiligen Ärztekammern kontrolliert würden und Kliniken von den Präfekturen.
Ins Gespräch kam dabei auch die Politikerin Maria Karystianou, die auch als Kinderärztin tätig ist. Die Plattform habe ihre Arztpraxis als „rot“ eingestuft, weil sich dort ein Biofeedback-Gerät befinden soll, für das es keine Genehmigung gibt. Pagoni erklärte, dass dies noch kein Beweismaterial sei, sondern eher ein Hinweis, dass auch diese Praxis kontrolliert werden müsse.
Mehr über die Partei von Maria Karystianou erfahren Sie hier: Aktivistin und Kinderärztin Kayristianou stellt ihre neue Partei vor
Unterdessen hat sich in der nordgriechischen Metropole Thessaloniki die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, nachdem bekannt wurde, dass eine private Klinik eine onkologische Abteilung betrieben hatte, für die sie über keine Genehmigung verfügte. Zudem wurde bekannt, dass in der Klinik Personalmangel herrschte und Medikamente gegen Krebs teilweise auch an Patienten verabreicht wurden, die nicht an Krebs erkrankt waren. Untersuchen will die Staatsanwaltschaft, wie diese Mängel bei vorherigen Kontrollen nicht aufgefallen sind.
Gesundheitsminister Georgiadis fasste zusammen, dass Griechenland bei der regenerativen Medizin eine aktive Rolle einnehmen wolle, dabei jedoch zugleich einen klaren Rahmen zum Schutz und zur Sicherheit der Bürger schaffen müsse. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)