Ostern in Griechenland - ein Fest für die Sinne

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Ostern in Griechenland - ein Fest für die Sinne

Für die griechisch-orthodoxen Christen ist Ostern das höchste Kirchenfest im Jahr.

Zeitlich betrachtet fällt es selten mit dem westlichen Osterfest zusammen, da es nach dem alten Julianischen Kalender berechnet wird. Mit dem Rosenmontag hat die Fastenzeit in der Ostkirche begonnen, d.h., es werden weder Fleisch noch Fisch noch Milchprodukte gegessen. Während der Karwoche fallen auch beispielsweise Kalamaris und Muscheln, also Meerestiere, weg. Wir haben immer wieder festgestellt, das sich die jüngeren Griechinnen und Griechen nicht mehr ganz so strikt an diese Vorgaben halten. Teilweise wurde auch heimlich gegessen! Es ist eben auch in Griechenland nicht anders als überall auf der Welt: Der Geist ist willig, jedoch der Körper ist schwach!

Am "Großen Donnerstag" findet der Gottesdienst der Ölsalbung statt und erinnert an die Myrrhe salbende Frau, die Jesus Christus wenige Tage vor seinem Einzug nach Jerusalem die Füße mit Öl gesalbt hat. Es beginnt die heilige Eucharistie. Schon morgens werden die Ostereier rot gefärbt, was sowohl an das Blut Jesu als auch an das des geschlachteten Lammes erinnern soll. Abends findet der Gottesdienst der Kreuzigung statt.
Am Freitag wird das (symbolische) Grabtuch mit Blumen geschmückt und Jesus wird auf dieses weiße Tuch gelegt. Abends wird das Epitaphios (ein liturgischer Gegenstand, eben dieses Tuch) um die Kirche oder durch die Straßen getragen und danach findet ein Gottesdienst mit Lobgesängen aus byzantinischer Zeit statt. Am Ostersamstag gilt das strengste Fastengebot, selbst Olivenöl wird nicht verwendet. Die Frauen backen "Tsoureki", das traditionelle Osterbrot.

In der Osternacht gehen die Menschen mit geschmückten Kerzen in die Kirche. Kurz vor Mitternacht verlöschen die Lichter und der Pope tritt mit der geweihten Osterflamme hervor und verkündet "Christos Anesti" (Christus ist auferstanden), woraufhin die Gemeinde sagt "Alithos Anesti" (er ist wahrhaftig auferstanden). Das ganze endet in lauter Knallerei und Feuerwerk. Die Flamme wird nach Hause getragen, sie darf selbstverständlich unterwegs nicht verlöschen, wo es dann die traditionelle "Majiritsa", die Ostersuppe aus Lamminnereien, gibt.
Damit ist die Fastenzeit offiziell beendet.

Am Ostersonntag wird überall im Freien ein Lamm oder eine Ziege gegrillt und es wird kräftig gefeiert. Auch die Ausländer sind hierzu herzlich eingeladen, denn die Griechen sind stolz auf ihre Tradition.

Christiane Dalbeck
Pylos

Foto: Griechenland Zeitung / Smaragda Giannouli

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