Leidenschaft für Rhodos

  • geschrieben von 
Leidenschaft für Rhodos

Der Anlass war nichts Außergewöhnliches. Denn es war Anfang der 1970iger Jahre durchaus üblich, dass auch wir einen Städteflug wählten, um die Naturschönheiten der Insel Rhodos und deren Land und Leute zumindest im Ansatz kennenzulernen, aber auch um die Vorteile der Zollfreizone, die Rhodos damals noch war, gewinnbringend ausnützen zu können. Pelze und Goldschmuck waren die Renner, die die Kurzurlauber nicht immer zur Freude des heimischen Zolls dort kostengünstig erstanden.

Das war die Zeit, als der Tourismus auf Rhodos gerade dabei war, den Kinderschuhen zu entwachsen, und die Kellner bei ihrer Arbeit noch sangen, vermutlich nicht ganz uneigennützig, sondern im Hinblick auf ein zu erwartendes besseres Trinkgeld. Eines steht jedoch fest: Die Rolex am Handgelenk und der Porsche in der Garage hatten keinen Vorrang für sie. Als Flöhe, die ihnen Touristen ins Ohr setzten, sollte sich das alles schon nach ein paar Jahren erweisen.
Für meine Gattin und mich wurde dieser Kurzurlaub jedoch zur Geburtsstunde einer tiefen Freundschaft zu den Griechen und zur Quelle der Begeisterung für die Schönheit der griechischen Inseln.


Damals war das „Lindos Bay“ noch das einzige Hotel in der Vlicha-Bucht, der lieblichsten auf Rhodos. Seit wir in den mehr als 40 Jahren, die wir nun schon regemäßig mindestens einmal im Jahr, in letzter Zeit jedoch zwei - wenn nicht gar dreimal, auf Rhodos verbringen, wurde dort sehr viel zubetoniert und ein Hotel um das andere gebaut.


Trotz dieser negativen Entwicklung, die nicht einfach wegzudiskutieren ist, ändert das jedoch nichts an unserer positiven Einstellung zu den Griechen, wurden wir doch gerade in diesen schweren Zeiten immer wieder Zeugen eines wunderbaren menschlichen Verhaltens, das in Mitteleuropa bereits ausgestorben ist, wo nur mehr der Gelderwerb zählt…

Edith und Franz Frühwirth

Dieser Beitrag sowie das Foto wurde uns im Rahmen unseres Leserwettbewerbes zum zehnjährigen Jubiläum der Griechenland Zeitung von Edith und Franz Frühwirth aus Gastern in Österreich zugeschickt. Wir möchten uns dafür ganz herzlich bedanken!

Nach oben