Auswanderung geglückt: Glücklich auf Kreta

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Auswanderung geglückt: Glücklich auf Kreta

Im Mai 1987 verlebte ich zum 1. Mal einen 14 tägigen Urlaub auf  der griechischen Insel Kreta, mit der Zusage, dort sei es schon schön warm, grün und blühend. Kreta hielt das Versprechen
des Reisebüros. Gleich am 3. Tag lernte ich bei  einem Spaziergang in einem kleinen Bergdorf Kretaner kennen. Man lud mich zu einem Tagesausflug ein … und es wurde Liebe auf viele Ausblicke.

Es war wie ein Blick ins Paradies, fast wie eine kleine Weltreise. Inzwischen weiß ich, auf dieser Insel findet man alles. Wildes Gebirge mit Schneegipfeln, Schluchten,Wasserfälle, Höhlen  und paradiesische Strände. Eine enorm vielfältige Blumenpracht, viele Heilkräuter, Teesorten, exotische Früchte sowie die beeindruckende, älteste Kultur Europas! Na ja und ein Picknick unterm Olivenbaum wurde zum unvergesslichen Erlebnis. Die Warmherzigkeit und Gastfreundschaft  der Kreter beeindruckten  mich sehr. Wieder und wieder besuchte ich meine inzwischen Trauminsel und daheim in Deutschland sehnte ich mich zurück auf die Insel und der so lebensfrohen Griechen.

Dann im Jahr 1993 ließ ich alles hinter mir, guten Job, große komfortable Wohnung und Auto, packte mit Hilfe  und Verständnis meines Sohnes, die mir am Herzen liegenden Sachen
Tauschte mein Auto gegen einen Kleinstwagen, mietete einen 7,5 Tonnen LKW und im Mai des Jahres ging’s ab nach Kreta. Fahrer des LKW’s mein Sohn, das kleine Auto lenkte ich und
versuchte mit größter Anstrengung dem LKW zu folgen, was sich zunächst als recht problemlos erwies … aber dann durch Italien vollführte mein Adrenalinspiegel ständige Berg- und Talfahrten, bei dem teilweise recht chaotischen Fahrstil der Italiener.  Wie wenn ich den LKW samt Sohn verloren hätte?? –noch nix mit Handy oder so … 

Nach einer Übernachtung in Italien erreichten wir zeitig Ancona und mit Hilfe von griechischen LKW-Fahrern durfte ich meinen Klein-PKW zwischen den großen LKW’s im Heck der Fähre
parken, was normalerweise verboten ist. Nach der Überfahrt dann eine ‘wilde Jagd’ von Patras nach Piraeus. Inzwischen war ich eine Verfolgungsexpertin. Mit 6 Stunden Verspätung traf unsere ‘may be – Fähre’ im Hafen ein (Auskünfte über, vielleicht kommt sie, evtl. auch gar
nicht) inspirierten uns zu dieser Namensumbenennung.

Morgens um 7 Uhr erreichten wir Kreta. Mein Herz raste wie verrückt. Meine Wunschinsel lag im Sonnenschein vor mir, meine Wahrheimat und Traumerfüllung!! In Malia, meinem gewählten Wohnort, warteten, welch eine Überraschung, 5 kretische Freunde vor meinem vorab gemieteten Miniappartement, zum Willkommensgruß und Hilfe beim Auspacken. Vor Freude und Rührung liefen mir die Tränen. Sofort fühlte ich mich aufgenommen.

Nach 10 Tagen reiste mein Sohn zurück. Ein sehr schmerzlicher Abschied.  Jedoch mein neuer Job, in einer Blechhütte, die zu einem Reise/Touristik-Büro umfunktioniert war,  lenkten mich ab. Unter einem alten Olivenbaum, meist sitzend In einem alten Buggy-Jeep ‘verkaufte’ ich Kreta an Urlauber. Da ich so verliebt in die Insel war und immer noch bin, gelang mir der Verkauf von Ausflügen sehr gut. Danach folgten mehrere Jahre als Reiseleitung sowie viele Jahre Tätigkeit in
einer Autovermietung mit Ausflugsplanung für die Kunden. Zwischendrin wurde mein Auto vom Zollamt in Heraklion konfisziert und ich 5 Std. dort ohne Telefonkontakt festgehalten. Mein damaliger Chef hat mich dann nach einer aufregenden Suchaktion ‘freigekauft’. Nach 7 Wochen bekam ich  mein Auto zurück.  Aber auch dieses Erlebnis hat meine Liebe zu Kreta  und den mir so freundschaftlich verbundenen Menschen nicht mildern können.

Welch wundervolle, erlebnisreiche Jahre auf diesem so wunderschönen, vielseitigen
Fleckchen Erde!

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Das Rentenalter nahte und die Anträge hierfür häuften und vermehrten sich. So oft, wie  ich mit meinem derzeitigen Chef verschiedene Ika-Büros aufsuchen musste, habe ich in meinem leben in Deutschland (49 Jahre) keine Behörden oder  Ämter konsultieren müssen.  Dennoch, wir haben es geschafft. Nach ca. 2 Jahren erhielt ich meine monatliche Rente.  Niemals werde ich meinem Chef seine Hilfe und Υπομονη, sprich Geduld, vergessen.

Nun bin ich 71 Jahre, orthodox getauft auf den Namen Antonia, letztendlich auch Taufpatin, die ‘nona’ der kleinen Enkelin meines Chefs. Mein Sohn und alle meine Freunde aus Deutschland haben mir die Treue gehalten und bevölkern im Urlaub mit Begeisterung die Insel. Hierbei ein Dank an alle kretischen Freunde und Nachbarn für die Hilfe, Freundschaft und
Treue in all den zurückliegenden Jahren. Bis heute begrüße ich jeden Tag voller Lebensfreude und danke Gott, dass er mich geführt sowie die Kraft gegeben hat, hier auf der griechischen Insel allein und zufrieden zu leben.


Für mein Hobby, die Malerei,  finde ich die schönsten und vielfältigsten Motive.  Auch die ‘Griechenland Zeitung’ ist mir eine Art ‘Freund’ geworden, da sie mich mit objektiven und
interessanten Informationen versorgt. Mit den Berichten über besonders schöne, sehenswerte Gebiete auf dem Festland, wurde mein Interesse geweckt, in naher Zukunft
auch dieses noch zu erkunden.
                       Viva   Ellada!   

Uta Diesner

Dieser Beitrag sowie die Fotos wurde uns im Rahmen unseres Leserwettbewerbes zum zehnjährigen Jubiläum der Griechenland Zeitung von Uta Diesner aus Kreta in Griechenland zugeschickt. Wir möchten uns dafür ganz herzlich bedanken!

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