Griechenland / Athen. Mehr oder weniger allein steht der
Vorsitzende des Staatsrates, Jorgos Panagiotopoulos, mit seinem
Vorschlag, das neue Gerichtsjahr mit einer Segnung durch die Kirche
zu beginnen. Diese Segnung soll seiner Ansicht nach von Erzbischof
Christodoulos vorgenommen werden. Dagegen sprachen sich 30 Richter
des Staatsrates aus, die – bedingt durch die noch nicht ganz
abgeklungene Ferienzeit – damit im Moment die Mehrheit stellen. In
einem Protestschreiben an Panagiotopoulos betonen sie, dass die
kirchliche Segnung die religiöse Neutralität des Staatsrates in
Zweifel stelle.
lle. Der Staatsrat habe sich bisher, so das Schreiben,
als Hauptgarant der Menschenrechte und insbesondere der
Religionsfreiheit in Griechenland bewiesen. Panagiotopoulos habe
ihrer Ansicht nach vor, je nach Erfolg der Veranstaltung, die
offizielle kirchliche Segnungszeremonie als jährliche Institution
einzuführen.