Wie die Kaiki-Boote in der Ägäis gerettet werden sollen

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Auf unserem Foto ist ein Kaiki (© Eurokinissi) mit einer griechischen und europäischen Fahne zu sehen. Trotz der Bemühungen der EU, die Boote aus dem Verkehr zu ziehen, hisste der Bootsfahrer auch eine EU-Fahne. Auf unserem Foto ist ein Kaiki (© Eurokinissi) mit einer griechischen und europäischen Fahne zu sehen. Trotz der Bemühungen der EU, die Boote aus dem Verkehr zu ziehen, hisste der Bootsfahrer auch eine EU-Fahne.

Mit der Online-Kampagne #savekaikia will die Traditional Boat Association of Greece und die Region Südliche Ägäis die Verschrottung der typischen Fischerboote aufhalten. Kaiki ist der griechische Name für ein traditionell gebautes Boot aus Holz. Viele Touristen nehmen die Boote inzwischen als Attraktion der Ägäis wahr.

Aber auch für viele Inselbewohner spielen die Kaikia eine wichtige Rolle im Alltag: Sie sind ihr Arbeitsplatz und ihr zweites Zuhause – und das seit Generationen. Mit den Booten sichern die Fischer das tägliche Brot für sich und ihre Familien. Dabei handelte es sich nicht etwa um große Fischereiunternehmen, sondern eher um kleine „Einzelkämpfer“, die den Tieren im Wasser mit Respekt begegnen. Doch aus Sorge vor einer Überfischung des östlichen Mittelmeers sind die traditionellen Boote der EU schon lange ein Dorn im Auge. Bereits seit Anfang der 1980er Jahre subventioniert Brüssel die Verschrottung dieser Boote.

Die Kampagne soll griechische Behörden aufrütteln, damit sie sich künftig für den Erhalt der Schiffe aussprechen. Bereits 45 Millionen Euro bezahlte die EU an die griechischen Behörden, die mit dem Geld die Fischer zum Stilllegen der Boote ermutigen sollten. Vor allem in den Krisenjahren waren die gebotenen Prämien verlockend. Aber nicht nur für die regionale Fischerei hat das Ende der Kaikia schwere Folgen, sondern auch für den Schiffsbau.

Ein großer Befürworter der Kaikia und Unterstützer der Kampagne ist der Gouverneur der Südlichen Ägäis, George Chatzimarkos. Im Interview mit dem griechischen Nachrichtendienst GTP Headlines sagte er: „Das Verbrechen gegen unsere Marinetradition muss gestoppt werden. Diese Boote sind die Seele der Ägäis, ein wesentlicher Teil unserer Geschichte, unserer Tradition, unseres Bewusstsein.“ Es sei gefühllos, solche Meisterwerke, wahre Kunstwerke zu zerstören, betonte der Politiker. Im Gespräch ging er sogar noch einen Schritt weiter: Denn für ihn sei das Zerstören der Boote sogar eine Beleidigung für das Seefahrervermächtnis in der Region.

(GZad)

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