Frontex vermeldet abnehmende Migrationsbewegungen in der Ostägäis

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

Die Anzahl ankommender Geflüchteter ist auf den griechischen Inseln im Oktober rückläufig. Dies legen Zahlen der europäischen Grenz- und Küstenwache Frontex nahe. Laut einem aktuellen Bericht wurden im Vergleich zum September 18 Prozent weniger irreguläre Grenzübertretungen verzeichnet.

Höchste Ankunftszahlen auf griechischen Inseln

Im europäischen Vergleich sind die Ankunftszahlen auf den Inseln der Ostägäis dennoch am höchsten. Der Frontex-Bericht gibt die Anzahl der Grenzübertritte für den Monat Oktober mit ca. 10.800 an, das entspricht zwei Dritteln der in ganz Europa registrierten Fälle. Die meisten der Geflüchteten erreichen die Inseln über den Seeweg aus der Türkei. Eine Erklärung für die abnehmende Tendenz im Oktober sieht Frontex in der Verschlechterung der Wetterbedingungen für die Überfahrt.
In den anderen Regionen Europas ist die Entwicklung der Migrationsbewegungen stark rückläufig. Für den Zeitraum zwischen Januar und Oktober dieses Jahres wird auf der westlichen bzw. mittleren Mittelmeerroute ein Rückgang von 55 bzw. 45 Prozent im Vergleich zu 2018 angegeben. Dagegen liegen die Zahlen ankommender Geflüchteter auf der Fluchtroute „Ost-Mittelmeer“ 31 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, insgesamt wurden hier 62.592 irreguläre Grenzübertretungen seit 1.1.2019 festgestellt.
Dem Bericht lassen sich ebenso Aussagen über die Herkunftsländer der im Jahre 2019 registrierten Personen entnehmen. So stammten etwa ein Drittel der Geflüchteten auf der Ost-Mittelmeer-Route aus Afghanistan, ein weiteres Viertel stellen Menschen aus Syrien dar.
Zum Vergleich: Auf der West-Mittelmeer-Route (Südspanien) wurden überwiegend Personen aus Algerien und Marokko verzeichnet, im mittleren Mittelmeer (Italien, Sizilien) kommt ein Großteil der Asylbewerber aus Tunesien, dem Sudan, der Elfenbeinküste und Pakistan.

Frontex will Einsatz stark ausweiten

Der Einsatz der europäischen Grenzschutzbehörde soll auf den genannten Fluchtrouten stark ausgeweitet werden. Vergangene Woche verabschiedete der Europäische Rat einen Aktionsplan, nach dem Frontex bis 2027 einen festen Stamm von 10.000 Mitarbeitern beschäftigen soll, die die EU-Staaten bei der Sicherung der Grenzen unterstützen. In einer ersten Bewerbungsrunde, die diese Woche startet, sind 700 Stellen ausgeschrieben. Momentan ist man bei Frontex noch vorwiegend auf die Mitarbeit nationaler Sicherheitsbehörden angewiesen.
(Griechenland Zeitung / jor)

 

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