Sechs Menschen fallen in der Evros-Region der Kälte zum Opfer

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Das Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den Grenzfluss Evros. Das Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den Grenzfluss Evros.

Winterliche Temperaturen forderten in der Region am Evros Fluss im Nordosten Griechenlands erste Todesopfer. In der letzten Woche wurden in Gebieten nahe der Grenze zur Türkei sechs Menschen tot aufgefunden, die allem Anschein nach erfroren sind. Das berichtet die US-Agentur Associated Press unter Berufung auf Aussagen eines Gerichtsmediziners aus Alexandroupoli.

Seinen Angaben zufolge fand man schon am 5. Dezember eine Leiche, die anderen fünf am vergangenen Wochenende. Zwei der Toten sind Frauen, die Identität der Personen ist nicht geklärt; sie hatten keine Papiere bei sich. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass es sich bei den Verstorbenen um Geflüchtete handelt, die aus der Türkei kommend die Grenze überquert haben.

Regierung erwägt stärkeren Grenzschutz am Evros

Die Tageszeitung Kathimerini berichtet, dass die griechische Regierung aktuell darüber berät, über die gesamte Grenzlänge (ca. 230 Kilometer) einen Zaun zu errichten. Obwohl auf den griechischen Inseln der Ostägäis immer noch weit höhere Ankunftszahlen Geflüchteter registriert werden, überqueren stetig auch Menschen den Grenzfluss im äußersten Nordosten des Landes. In Erwägung gezogen wird darüber hinaus die Erweiterung eines bereits bestehenden zwölf Kilometer langen Zaunes bei Orestiada, das ebenfalls am Grenzfluss liegt. Dieses Unterfangen könnte sich jedoch als schwierig erweisen, da der Fluss im Winter regelmäßig über die Ufer tritt.

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Das Foto (© Eurokinissi) entstand im Oktober 2018 während einer Übung des griechischen Militärs am Evros.

In der Region Evros kam es in den letzten Monaten vermehrt zu Protesten wegen angeblich mangelnder Sicherung der Grenze. Anwohner berichteten, dass sich Geflüchtete in landwirtschaftlichen Gebäuden und Lagerhallen verstecken und dort Feuer entfachen würden, um sich gegen die Kälte zu schützen. Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos hatte Ende September davon gesprochen, dass man den Evros für Flüchtende „versiegeln“ werde. Die griechische Regierung unter der konservativen Nea Dimokratia hatte zuletzt die Entsendung von 400 zusätzlichen Grenzschützern in die Region angekündigt. (Griechenland Zeitung / jor)


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