Forschungsprojekt zur deutschen Besatzungszeit sucht Zeitzeugen

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Ausschnitt aus der Lagenkarte Ia vom 5.8.[1942] – Verlegungen in den Raum Athen/Kreta, © Bundesarchiv-Militärarchiv, RH 26-22/49, fol. 659 Ausschnitt aus der Lagenkarte Ia vom 5.8.[1942] – Verlegungen in den Raum Athen/Kreta, © Bundesarchiv-Militärarchiv, RH 26-22/49, fol. 659

Zum ersten Mal in Europa wird eine kartografisch unterstützte Datenbank über die Präsenz sämtlicher deutscher Truppen in einem besetzten Land während des Zweiten Weltkriegs erstellt. Obwohl der deutschen Besatzungszeit im kollektiven Gedächtnis der heutigen griechischen Gesellschaft eine große Bedeutung zugemessen wird, gibt es bisher keine systematische Erfassung der deutschen militärischen und paramilitärischen Einheiten im damaligen Griechenland. Das zu ändern, hat sich das Forschungsprojekt „Datenbank deutscher militärischer und paramilitärischer Einheiten in Griechenland 1941-1944/45“ zum Ziel gesetzt. Realisiert wird diese Untersuchung am Institut für Historische Forschung der Nationalen Griechischen Forschungsstiftung.

Diese Datenbank möchte Klarheit in drei wesentlichen Aspekten der Besatzungszeit schaffen: Erstens in der Frage, welche deutschen Einheiten genau an Kriegsverbrechen in Griechenland beteiligt waren. Zweitens geht es um die Anzahl der in Griechenland stationierten Truppen. Drittens sollen Strukturen der militärischen und paramilitärischen Einheiten durchleuchtet und erläutert werden.

Die erfassten Daten stammen hauptsächlich aus deutschen Archiven, aber auch aus Publikationen zur lokalen griechischen Geschichte und von Zeitzeugen. Sie werden anschließend in eine Anwendung (GIS: Geografisches Informationssystem) eingebettet, die es dem Besucher des Portals ermöglichen wird, in der Datenbank auch persönliche Anfragen zu stellen. So soll sie, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich, nicht nur der wissenschaftlichen Forschung dienen, sondern auch lokalen und regionalen Geschichtsinitiativen, Schulprogrammen usw.

Das spezifische Wissen lokaler Historiker und Zeitzeugen kann wesentlich dazu beitragen, die Präsenz verschiedener deutscher Einheiten detaillierter zu erfassen. Daher bittet das Forschungsprojekt jeden, der über relevante Informationen verfügt, wie z.B. Namen deutscher Soldaten oder lokaler Kommandeure oder die Bezeichnungen von Einheiten sowie Namen der von den Deutschen verwendeten Schiffe, zusammen mit genauen Orts- und Datumsangaben per E-Mail an folgende Adresse zu senden: .
Weitere Information zu dem Forschungsprojekt finden Sie hier(Griechenland Zeitung / eb)

 

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