22 Asylsuchende aus dem Sudan und Bangladesch haben auf der Überfahrt mit einem Boot von Libyen nach Griechenland ihr Leben verloren. Die tödliche Reise hatte am 21. März in Tobruk begonnen.
Wie Überlebende den griechischen Behörden berichteten, hätten sie während der Überfahrt die Orientierung verloren. In der Folge trieben sie sechs Tage lang ohne Vorräte an Wasser und Lebensmitteln auf dem Meer. Von den 48 Insassen verloren bei dieser Tortur 22 ihr Leben. Die Überlebenden – 24 Männer, eine Frau und ein Minderjähriger – berichten, dass einer der Schleuser sie dazu aufgefordert habe, die Leichen über Bord zu werfen.
Hilfe kam erst, als sie etwa 52 Seemeilen südlich vor Ierapetra, einem kretischen Städtchen mit 26.000 Einwohnern, im offenen Meer entdeckt wurden. Die Überlebenden wurden anschließend in den Hafen Kali Limenes und von da aus in Sicherheit gebracht. Zwei von ihnen mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Vorgeworfen wird ihnen nun illegale Einreise. Für die Überfahrt hatten sie pro Person etwa 10.000 US-Dollar pro Person bezahlt.
Zwei Staatsbürger aus dem Sudan im Alter von 19 und 21 Jahren, die sich mit an Bord befanden, werden als Schleuser verdächtigt. Vorgeworfen wird ihnen u. a. fahrlässige Tötung. Seit Anfang des Jahres haben nach Schätzung der Vereinten Nationen etwa 600 Immigranten im Mittelmeer ihr Leben verloren. (Griechenland Zeitung / eh)