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Pool-Liegen-Streit: Gericht spricht Urlauber auf der Insel Kos Entschädigung zu

Beispielfoto (© Eurokinissi) Beispielfoto (© Eurokinissi)

Der sogenannte „Krieg der Liegestühle“ sorgt erneut für Schlagzeilen in Griechenland: Ein deutscher Tourist hat vor einem Gericht in Hannover eine Entschädigung zugesprochen bekommen, weil seine Familie während eines Urlaubs auf der Insel Kos keine freien Liegen am Hotelpool fand.

Der 48-jährige Mann hatte gemeinsam mit seiner Familie im Sommer 2024 einen elftägigen Aufenthalt in einem Fünf-Sterne-Hotel auf Kos gebucht und dafür mehr als 6.000 Euro bezahlt. Wie er vor Gericht angab, seien die rund 400 Liegestühle der Anlage bereits in den frühen Morgenstunden durch Handtücher „reserviert“ gewesen, obwohl viele davon über Stunden nicht genutzt wurden.

Die Familie habe daher wiederholt keine Möglichkeit gehabt, die Poolanlagen wie vertraglich vorgesehen zu nutzen. Zwar habe es Hinweisschilder des Hotels gegeben, die das Reservieren von Liegen untersagten, doch in der Praxis seien diese täglich ignoriert worden. Besonders belastend sei gewesen, dass die Kinder zeitweise auf dem Boden sitzen mussten, weil keine freien Plätze verfügbar waren.

Das Gericht in Hannover bewertete die Situation als Reisemangel und sprach dem Kläger eine Entschädigung von rund 900 Euro zu. Entscheidend sei die Tatsache gewesen, dass Reiseveranstalter und Hotels eine „angemessene Verfügbarkeit“ von Liegen sicherstellen müssten und nicht auf die Selbstregulierung durch die Gäste vertrauen dürften. Die Entschädigung muss in der Regel vom Reiseveranstalter übernommen werden, da dieser bei Pauschalreisen der Vertragspartner der betreffenden Urlauber ist.

Der Fall steht stellvertretend für eine zunehmende Zahl ähnlicher Auseinandersetzungen, die in beliebten Urlaubszielen in Südeuropa immer wieder vorkommen und regelmäßig für Unfrieden bei Urlaubsgästen sorgen. (Griechenland Zeitung / eh)

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