Im Fall des Doppelmordes an einer Mutter und ihrem Sohnes in Longos bei Aegio auf der nördlichen Peloponnes beginnt am heutigen Montag (15.6.) eine neue Runde von Zeugenaussagen.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht weiterhin der 65-jährige italienische Lebensgefährte der ermordeten Frau, der sich in Untersuchungshaft befindet.
Nach Angaben der Ermittler wurden am Tatort Hinweise auf Manipulationen entdeckt. Der mutmaßliche Täter soll mindestens sechs Stunden zur Verfügung gehabt haben, um Spuren zu beseitigen. Als Schlüsselfigur gilt ein Freund des 65-Jährigen. Er soll die Waffe transportiert haben, die bei der Tat verwendet wurde. Die Polizei erwartet zudem die Ergebnisse kriminaltechnischer Untersuchungen, darunter DNA-Analysen und die Auswertung von Blutspuren.
Am Samstag wurden die 54-jährige Maria und ihr 26-jähriger Sohn Olympios beerdigt. Die Frau weist mehr als 40 Verletzungen auf, die ihr mit einem Messer zugefügt wurden; der junge Mann weist neben Messer- auch Schussverletzungen auf. Letzterer hatte in Deutschland studiert und gearbeitet. Nach Griechenland war er erst zwei Tage vor seiner Ermordung gekommen.
Der 65-jährige Verdächtige hat in seiner Aussage zu Protokoll gegeben, dass er während des Doppelmordes im Wohnzimmer geschlafen und nichts von den Vorgängen in der Wohnung bemerkt habe, weil er wahrscheinlich vom mutmaßlichen Täter betäubt worden sei.
Er betonte, dass er kein finanzielles Motiv für diese Tat gehabt habe. In der Familie sei klar vereinbart worden, dass die Großmutter das Haus und das Grundstück ihrem Enkel übertragen werde. Er habe seine ermordete Partnerin sehr geliebt und tue das noch immer. (Griechenland Zeitung / eh)